Das Ganze im Blick

14.07.2020

Was haben Gartengeräte mit Lamborghini und GetzenRodeo zu tun?

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner einzelnen Teile, heißt es. Selten wird die konkrete Bedeutung dieses Satzes so deutlich wie beim Gartengerätehersteller MOGATEC in Grießbach.

Grießbach ist ein kleiner, unscheinbarer Ortsteil der Gemeinde Drebach, unweit der Burg Scharfenstein. Einmal im Jahr verwandelt sich der Ort mit seinen nicht einmal 700 Einwohnern in einen Hexenkessel. Unzählige Motocross-Fans pilgern dann im Herbst zum GetzenRodeo einer der wichtigsten und spektakulärsten Veranstaltungen der Extreme-Enduro-Szene. Etwa 10.000 waren es allein in 2019. Mitten im Geschehen liegt das Firmengelände der MOGATEC Moderne Gartentechnik GmbH. 2018 öffnete der Hersteller von elektrischen Garten- und Forstgeräten sein Firmengelände für das Fahrerlager, die Händlermeile und ein Festzelt.

Neben der Begeisterung für den Enduro-Sport ist es noch etwas anderes, was Alexander Gränitz und Tobias Wetzel begeistert und schließlich dazu bewogen hat, das Werksgelände für die Veranstaltung zu öffnen. Sie sind die Geschäftsführer von MOGATEC, beide in den 40ern. Tobias Wetzel ist der Mann fürs Technische, Alexander Gränitz ist zuständig für den kaufmännischen Part.

Es ist unglaublich, wie sich da aus dem Nichts dieses riesige Event entwickelt hat.

„Hinter dem GetzenRodeo steht ein hoch engagierter Verein. Es ist unglaublich, wie sich da aus dem Nichts dieses riesige Event entwickelt hat. Das war nur möglich, weil sich alle eingebracht haben: Grundstückseigentümer, Anwohner oder die Gemeinde. Da wollten wir als Unternehmen auch einen Beitrag leisten“, erläutert Gränitz.

Das Miteinander im Mittelpunkt

Es ist dieses gemeinsame Miteinander, das die beiden Männer sichtlich fasziniert. Für sie ist es ein wesentliches Element, das die Kultur im eigenen Unternehmen maßgeblich prägt. Sie selber sehen sich als Personen im Hintergrund, die organisieren und sich darum kümmern, dass alles läuft. Bei MOGATEC heißt das, Gartengeräte herstellen. Das Unternehmen fertigt schwerpunktmäßig elektrische Heckenscheren und Kettensägen. Überwiegend für große Marken, aber auch eigene Marken wie „Tonio Lamborghini“. Eine Stärke liegt in der Entwicklung. Hier arbeitet MOGATEC eng mit den Auftraggebern zusammen, entwickelt eigene Antriebs- oder Schneidsysteme. Dadurch konnten sich die Drebacher einen Namen in der Branche machen und auf dem Markt behaupten, als Anfang der 2000er Jahre viele Hersteller die Fertigung nach Fernost verlagerten. Zu dieser Zeit kamen die beiden heutigen Geschäftsführer ins Unternehmen.

Wir wollten anderen Mut machen, mehr Verantwortung zu übernehmen

Diese Marktposition zu behalten, war für beide ein wesentlicher Ansporn, als sie sich 2012 bzw. 2015 dafür entschieden, in die Geschäftsleitung einzusteigen. Es waren keineswegs Aufstiegsambitionen, die sie zu diesem Schritt bewegt hatten. „Wir sind gewissermaßen in diese Aufgabe hineingewachsen, haben im Laufe der Zeit immer mehr Verantwortung übernommen. Schnell waren wir uns im Klaren, dass es darum ging, kommenden Generationen eine sichere Zukunft zu ermöglichen. Gerade hier im Erzgebirge haben viele Kleinst- und Familienunternehmen Schwierigkeiten bei der Nachfolgersuche“, erklärt Wetzel die damalige Entscheidung.

„Uns war und ist es wichtig, die Wertschöpfung und Produktion hier in der Region zu halten und unseren Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten.“ In ihrer Rolle als Geschäftsführer konnten sie auf ihre Kenntnisse von Abläufen und Prozessen im Unternehmen zurückgreifen, wussten aber gleichzeitig, wo es was zu optimieren gab. Seitdem arbeiteten sie daran, das Unternehmen kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu modernisieren. Mit Erfolg: 1992 begann das Unternehmen mit 15 Mitarbeitern in Ehrenfriedersdorf. Heute, mehr als 25 Jahre später, sind es ca. 250.

Nachhaltigkeit hat viele Facetten

Rein äußerlich zeigt sich die ständige Weiterentwicklung in einem neugestalteten Eingangsbereich in modernem Design oder einem Photovoltaik-Carport auf dem Firmenparkplatz. Eine von vielen Maßnahmen, die das Unternehmen zu einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ergriffen hat. Zur Nachhaltigkeit zählt für die beiden Geschäftsführer aber auch der Anspruch, möglichst hochwertige, langlebige Geräte herzustellen. „Wir haben Kunden, die kommen mit einer 20 Jahre alten Heckenschere in unseren Service-Bereich in Ehrenfriedersdorf, weil etwas nicht mehr funktioniert. Für solche Geräte haben wir noch passende Ersatzteile auf Lager“, schildert Wetzel.

Heute heißt es Nachhaltigkeit, früher hieß es einfach ‚Das Gerät hast du ein Leben lang‘,

fasst sein Kollege den Gedanken zusammen.

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Ständig offen für Neues

Eine sehr ursprüngliche Vorstellung des Nachhaltigkeitsgedankens, aber keineswegs rückständig. Ganz im Gegenteil: Tobias Wetzel und Alexander Gränitz sind viel in der Welt unterwegs. Halten die Augen immer auf und sind offen für neue Ideen. „Unsere Kunden sind Unternehmen, die weltweit aufgestellt sind. Die Person, die dir gegenübersitzt, ist weltoffen, weltgewandt. Da kannst du nicht als Hinterwäldler ums Eck kommen. Das funktioniert einfach nicht“, lacht Gränitz. Wann immer es geht, ermöglichen sie daher auch ihren Mitarbeitern Besuche bei Kunden oder Messen und so internationale Erfahrungen zu sammeln. Das ist ihnen wichtig. Auf diese Weise kommen immer wieder neue Ideen zustande, werden ausprobiert und bei Erfolg übernommen.

Wie zum Beispiel der betriebseigene Fitnessraum. Die Idee haben die Geschäftsführer vor einigen Jahren bei einem Unternehmen in Portland, Oregon, aufgegriffen. Bei den eigenen Mitarbeitern in Grießbach kam das gut an und bei dem Fitnessraum ist es längst nicht geblieben. Dreimal in der Woche gibt es zehn Minuten Gymnastik während der Arbeitszeit, um einseitigen körperlichen Belastungen entgegenzuwirken. Für die Pausen oder nach Feierabend gibt es einen Dart- und Billardraum. Genauso selbstverständlich sind frisches Obst, Getränke, ein gesundes Frühstück und im Sommer regelmäßiges Barbecue in der Mittagspause oder an besonders heißen Tagen auch schon mal eine Runde Eis für alle. Und das ist längst noch nicht alles – den Mitarbeitern soll es gutgehen. Ein Zeichen gegenseitiger Wertschätzung und Bestandteil des ganzheitlichen Ansatzes zur Unternehmensführung.

MOGATEC

Im Grund 14

09430 Drebach OT Grießbach

Fon : +49 (0)3725 449-100

Email : info@mogatec.com

www.mogatec.de

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Diese umfassende und nicht auf kurzfristige Erfolge fixierte Unternehmenskultur verbindet sich bei MOGATEC in Grießbach mit Nachhaltigkeit, Flexibilität und Weltoffenheit zu einem Ganzen. So bietet „made in Germany“ im Erzgebirge auch in Zeiten der Globalisierung noch Perspektiven für alle Beteiligten.

Text: Philipp Senge
Fotos: Georg Ulrich Dostmann


Magazin „Herzland“

Diese Geschichte erschien zuerst im Magazin „Herzland - Gedacht.Gemacht.Erzählt“. Hier kannst du das gesamte Magazin online lesen, als PDF herunterladen oder gedruckte Exemplare nach Hause bestellen.

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