Meisterbrief für den Nachwuchs: Handwerker aus dem Erzgebirge ausgezeichnet
Im Jahrgang 2025 haben 240 Absolventinnen und Absolventen ihre Meisterprüfung bestanden. Insgesamt wurden Abschlüsse in 25 verschiedenen Handwerken abgelegt.
Zu den größten Gruppen gehören:
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Kraftfahrzeugtechniker (39)
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Installateure und Heizungsbauer (27)
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Metallbauer (25)
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Friseure (21)
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Maurer und Betonbauer (13)
36 Frauen erhielten im aktuellen Jahrgang den Meisterbrief. Der jüngste Absolvent ist 21 Jahre alt, die älteste Absolventin 49 Jahre. Während der Meisterfeier wurden auch die besten Absolventen ihres Gewerks ausgezeichnet. Zusätzlich erhielten die Meisterinnen und Meister den Meisterbonus der Sächsischen Staatsregierung. Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, betonte die Bedeutung der Meisterausbildung: „In den Händen der Meisterinnen und Meister liegt seit jeher die Zukunft des Handwerks. Sie sind es, die den Fortbestand ihrer Gewerke sichern, denn sie bilden aus, entwickeln Innovationen und tragen ihre Unternehmen in die Zukunft.“
Meister aus dem Erzgebirge prägen ihre Gewerke
Unter den Absolventen befinden sich zahlreiche Handwerker aus dem Erzgebirge. Sie stehen für die große handwerkliche Tradition der Region – vom Bäckerhandwerk über Baugewerke bis hin zu Holzhandwerken.
Daniel Gräbner – Bäckermeister aus Crottendorf
Daniel Gräbner lernte von 2018 bis 2021 im Familienbetrieb Bäckerei Gräbner und in Annaberg-Buchholz das Bäckerhandwerk. Bereits während seiner Ausbildung besuchte er ein Eliteseminar für junge Bäcker in Weinheim. 2025 schloss er seine Meisterausbildung erfolgreich ab. Der Familienbetrieb hat eine lange Geschichte: Seit dem 17. Jahrhundert befindet sich die Bäckerei im Besitz der Familie. Daniel Gräbner gehört zur 18. Generation. Sein Ziel ist es, den Betrieb später weiterzuführen.
Dominic Schneider – Elektrotechnikermeister aus Olbernhau
Dominic Schneider arbeitet bei den Stadtwerken Olbernhau und ist dort seit 2022 Abteilungsleiter im Netzbetrieb Strom. Seine berufliche Laufbahn begann mit einer Ausbildung zum Mechatroniker. Heute plant und betreut er elektrische Anlagen und beschäftigt sich intensiv mit Fragen der Energieversorgung und der Energiewende.
Justine Wanke – Friseurmeisterin aus Sayda
Die Leidenschaft für den Friseurberuf begann bei Justine Wanke schon früh. Mit elf Jahren übte sie erste Frisuren an Puppenköpfen. Ihre Ausbildung absolvierte sie im Salon Haararbeiten Henning John in Freiberg . 2023 schloss sie ihre Gesellenprüfung als Beste ihrer Klasse ab. Kurz danach begann sie die Meisterausbildung. Mit 21 Jahren erhielt sie den Meistertitel. Heute unterstützt sie auch die Ausbildung des Nachwuchses im Friseurhandwerk.
Kai Höhlich-Frech – Tischlermeister aus Niederwürschnitz
Kai Höhlich-Frech fand über Umwege zum Tischlerhandwerk. Nach einem ersten Ausbildungsversuch im Bäckerhandwerk begann er mit 16 Jahren eine Tischlerlehre. Neben seiner Arbeit holte er später den Realschulabschluss und das Fachabitur nach. 2025 legte er schließlich seine Meisterprüfung ab. Für ihn steht der eigene Ehrgeiz im Mittelpunkt seiner beruflichen Entwicklung.
Kai Schuster – Straßenbauermeister aus Niederlauterstein
Kai Schuster aus dem Ortsteil Niederlauterstein bei Marienberg arbeitet seit Jahren im Bereich Straßenunterhaltung und Infrastruktur. In seinem Beruf sammelte er Erfahrung in Bauwerkskontrolle, Baustellenabnahmen und Verkehrsabsicherung. Mit der Meisterausbildung vertiefte er sein Wissen im Tiefbau. Sein Ziel ist eine Tätigkeit in Bauleitung oder Projektbegleitung im Straßenbau.
Kurt Dietzsch – Drechsler- und Holzspielzeugmachermeister aus Geyer
Kurt Dietzsch arbeitet im Familienbetrieb der Holzbildhauerei Dietzsch. Die Tradition des Betriebs reicht bis ins Jahr 1872 zurück. Sein Ziel ist es, den Betrieb später gemeinsam mit seiner Schwester weiterzuführen und das erzgebirgische Holzhandwerk fortzusetzen.
Roman Günther – Zimmerermeister aus Kemtau
Roman Günther begann 2010 seine Ausbildung zum Zimmerer. Bereits während der Lehrzeit gewann er einen Lehrlingswettbewerb und schloss seine Ausbildung als bester Zimmerer der Handwerkskammer Chemnitz ab. Heute arbeitet er als Planer in einer Zimmerei und beschäftigt sich intensiv mit Holzbau und nachhaltigen Baustoffen.
Till Werner – Dachdeckermeister aus Zschopau
Till Werner wuchs im Dachdeckerbetrieb seiner Familie auf. Nach der Ausbildung von 2020 bis 2023 besuchte er direkt die Meisterschule. Mit 22 Jahren gehört er zu den jüngsten Meisterabsolventen. Sein Ziel ist es, später mehr Verantwortung im Familienbetrieb zu übernehmen und das Unternehmen weiterzuführen.
Handwerk bleibt wichtige Säule im Erzgebirge
Das Erzgebirge ist seit Jahrhunderten von Handwerk geprägt. Viele Betriebe sind Familienunternehmen, die ihr Wissen über Generationen weitergeben. Mit den neuen Meisterinnen und Meistern erhält das Handwerk in der Region engagierten Nachwuchs. Sie sorgen dafür, dass traditionelle Gewerke und moderne Technik im Erzgebirge auch in Zukunft eng miteinander verbunden bleiben.