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Vielseitig im Einsatz, stark in Forschung und Entwicklung

19.02.2014

Ob Antriebe für den Einsatz im Vakuum oder bewährte Maschinen mit langlebiger Mechanik, die eine Überholung benötigen, im Wolkensteiner Ortsteil Hilmersdorf wird Automatisierungstechnik auf höchstem Präzisionsniveau entwickelt.

Ein Vehikel für die anspruchsvolle Technik aus dem Systemhaus LSA GmbH Leischnig Schaltschrankbau und Automatisierungstechnik sind Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die das Unternehmen in enger Kooperation mit den technischen Hochschulen der Region und in Kooperation mit verschiedenen Forschungsinstituten sowie Unternehmen betreibt. Aktuell schreibt ein tschechischer Student im länderübergreifenden Masterstudiengang Produktionstechnik seine Abschlussarbeit. In diesem innovativen Umfeld entstehen, mit Know-how aus dem Erzgebirge, zum Beispiel Fertigungsanlagen für Dichtungen von Pipelines.

Die Firma LSA GmbH LEISCHNIG Schaltschrankbau Automatisierungstechnik wurde 1990 in Pockau von Lothar Leischnig gegründet. Mit dem stetigen Ausbau der Produktion wurden die Räumlichkeiten in Pockau schon bald zu klein, um die Nachfrage nach Automatisierungstechnik aus dem Systemhaus zu decken. 1998 bezog das Unternehmen deshalb den neuen Produktions- und Bürostandort im Gewerbegebiet Hilmersdorf/Heinzebank. Ideal an den Bundesstraßen 101 und 174, zwischen den Universitätsstädten Chemnitz und Freiberg gelegen, entwickelte sich die Auftragslage konstant weiter, so dass bis dato mehrere Erweiterungen und Anbauten folgten.

LSA GmbH

Äußerer Hofring 11

09429 Wolkenstein/Hilmersdorf

Fon : +49 37369 / 172-0

Email : info@lsa-gmbh.de

www.lsa-gmbh.de

Automatisierungstechnik im vielseitigen Einsatz

Das Team um Unternehmensgründer Lothar Leischnig und Juniorchef Dr. Steffen Leischnig stellt im Schwerpunkt anspruchsvolle Antriebstechnik sowie elektronische Mess-, Steuer- und Regelungstechnik her. Das Systemhaus bietet darüber hinaus die Vorrichtung kompletter Maschinen und Automaten von der Projektion bis zur Fertigung an. Ein höchstes Maß an Präzision ist dabei die Grundanforderung an Entwicklungen der Hilmersdorfer Ingenieure. Gerade für anspruchsvolle Produktionen und Anlagen finden sich bei LSA Lösungen. In der Regel sollten Fertigungsprozesse schnell und exakt ablaufen, das erscheint einleuchtend, doch beispielsweise in der Halbleiterindustrie gibt es Produktionsschritte, die extrem langsam und im absoluten Gleichlauf erfolgen müssen. So werden Einkristalle bei einer Geschwindigkeit von wenigen Millimetern pro Stunde gezogen, die Steuerungs- und Antriebstechnik dafür entwickelt das Familienunternehmen.

Auf einem anderen Gebiet, haben es die Hilmersdorfer Ingenieure mit metergroßen Edelstahl-Blechen und enormen Kräften zu tun, doch Präzision ist auch hier das Maß aller Dinge: Rohrleitungen, Großbehälter oder auch Pipelines haben mitunter einen Durchmesser von mehreren Metern. Flüssigkeiten werden mit enormen Kräften durch die Rohre bewegt, die Abdichtung der Leitungssysteme steht somit vor besonderen Herausforderungen in Bezug auf Material, Form und Größe. Für das Unternehmen thoenes® Dichtungstechnik GmbH aus Klipphausen bei Dresden hat die LSA GmbH Leischnig deshalb eine Vorrichtung zur Herstellung von Wellenringdichtungen entwickelt. Edelstahlringe mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern werden hierzu in die Vorrichtung eingespannt. Die Edelstahl-Bleche werden anschließend in der Kaltumformung mit mehreren Tonnen Zustellkraft zu einem Wellenring verformt. Die Herausforderung an dieser Anlage war einen Produktionsschritt, der auf das Verformen der Edelstahlringe folgt, direkt in die Bearbeitung zu integrieren. Gelöst wurde dies, indem die Ringe mit bis zu drei Metern Durchmesser in einer exakten Führung liegen, so dass keine Verwerfungen während der Kaltumformung entstehen und eine separate die Schlichtung des Materials überflüssig macht.

Möglich ist dies vor allem durch starke Partner. LSA konnte sich erfolgreich als item pluspartner beim Marktführer für Systembaukästen für industrielle Anlage, der item Industrietechnik GmbH, qualifizieren. Für die Parker Hannifin GmbH, einem weltweit agierenden Hersteller in der Antriebs- und Steuerungstechnologie, ist das erzgebirgische Unternehmen als regionales Kompetenzzentrum für anspruchsvolle Antriebstechnik mit dem Prädikat EMTC – Electromechanical Technology Center - ausgezeichnet.

Retrofitting: Aus alt-bewährter Anlage wird effizienter Dauerläufer

Das Team der LSA GmbH entwickelt aber nicht nur hochmoderne Automaten und Anlagen, die Ingenieure wissen auch den Wert von betagten Maschinen zu schätzen. Häufig funktioniert die Mechanik der Anlagen noch immer präzise und entspricht dem heutigen Stand der Technik, doch Elektro- und Automatisierungstechnik bedürfen einer Überholung. Die Modernisierung von betagten Industriebetriebenen Maschinen wird auch als Retrofitting bezeichnet. Werden Maschinen lange Zeit produktiv betrieben, stellt sich mit den Jahren das Problem der Ausfallsicherheit und damit auch die Frage der Ersatzteilbeschaffung. Hier setzen die Ingenieure und Elektrotechniker der LSA GmbH an und applizieren moderne und effiziente Steuerungen unter Beibehaltung der Funktionsweise. Es werden also die Vorzüge beider Welten - bewährte Mechanik und moderne Steuertechnik - vereint.

„Die Modernisierung einer Maschine ist mitunter 5-mal günstiger als der Neukauf der Anlage. Überdies überlegen wir, gemeinsam mit unseren Kunden, ob sich Arbeitsschritte effizienter gestalten lassen. So können wir beispielsweise eine Zuführungsautomatik anbinden, um die Anlage noch sicherer und kostensparender zu betreiben.“, führt Dr. Steffen Leischnig an.

Forschung und Entwicklung

Derzeitig beschäftigt die LSA GmbH LEISCHNIG Schaltschrankbau Automatisierungstechnik 25 Mitarbeiter. Im Bereich der ingenieurtechnischen Fachkräfte sieht Juniorchef Dr. Leischnig das Unternehmen gut aufgestellt. „Seit vielen Jahren kooperieren wir mit den technischen Hochschulen in Chemnitz, Freiberg sowie Dresden und stellen Praktika sowie Themen für Abschlussarbeiten zur Verfügung.“, erläutert Leischnig die Zusammenarbeit mit den umliegenden Hochschulen. Die Nachwuchsfachkräfte in den Studiengängen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik erhalten nicht nur die Möglichkeit praktische Erfahrungen zu sammeln, sie werden fachlich erstklassig während ihrer Abschlussarbeit betreut. Dr. Steffen Leischnig begleitet die Studierenden als Mentor bei deren Forschungsvorhaben und ist zugleich fachlicher Gutachter für deren Abschlussarbeiten. Im Rahmen des deutsch-tschechischen Masterstudienganges Produktionssysteme der TU Chemnitz und TU Brno erhielt ein tschechischer Student die Möglichkeit seine Masterarbeit in Hilmersdorf zu schreiben. Er erarbeitete im Rahmen eines Entwicklungsprojektes Möglichkeiten für ein polymorphes, flexibles Werkzeug zur Herstellung von Prototypen. Für die experimentelle Untersuchung der vielversprechendsten Variante wurden ihm die technische Ausrüstung und organisatorischen Voraussetzungen zur Verfügung gestellt.
Die Unternehmensnachfolge ist in der Familie bereits seit langem geklärt. Steffen Leischnig arbeitet seit seiner Schulzeit im Unternehmen des Vaters mit. Nach dem Studium an der TU Chemnitz promovierte der Ingenieur für technische Betriebsführung bei einem international-tätigen Industrieunternehmen, um nach dem Abschluss der Dissertation 2009 mit voller Kraft das Familienunternehmen zu unterstützen.