Foto Gordon Welters / © Gordon Welters

Die Hauptarbeit wird im Sommer gemacht

10.04.2013

Die Wintersportsaison ist erst vor wenigen Wochen beendet wurden. Aus erzgebirgischer Sicht mit hervorragenden Ergebnis. Großen Anteil daran hat ein Unternehmen aus dem Erzgebirge: Rass Sportschuhe aus Schönheide.  

Die Erfolge und Triumphe der erzgebirgischen Skispringer und Nordisch Kombinierten sind ganz eng mit einem Unternehmen verbunden: Rass-Sportschuhe aus Schönheide. Dabei schwören nicht nur die einheimischen Wintersportler auf die Skistiefel des Familienunternehmens, denn jeder Aktive im Weltcup fliegt auf Markenprodukte aus dem Erzgebirge. Auch wenn die Wintersportsaison erst kürzlich beendet wurde – die Vorbereitungen auf die kommende Olympiasaison stehen bereits in den Startlöchern.

Rass Spezialsportschuhe

Angerstr. 39 c

08304 Schönheide

Fon : +49 37755 / 4343

Email : shop@rass-sportschuhe.com

www.rass-sportschuhe.com

Eric Frenzel ist damit Weltmeister in der Nordischen Kombination geworden, Richard Freitag hat in ihnen Skisprung-Weltcupsiege gefeiert – gemeint sind die Skistiefel des inhabergeführten Familien-Unternehmens Rass-Sportschuhe aus Schönheide. Mit dem Saisonabschluss im slowenischen Planica Ende März haben sich die Sportler erst einmal in den wohlverdienten Urlaub verabschiedet. Doch bei Rass in Schönheide beginnt in etwa vier Wochen die Hauptsaison. „Die kommende Wintersportsaison ist eine Olympiasaison, da sind alle besonders heiß“, sagt Tom Rass, Geschäftsführer von Rass-Sportschuhe. „Die Hauptarbeit bei der Entwicklung und Produktion von Skistiefeln wird im Sommer gemacht, deswegen stehen wir bereits in den Startlöchern.“ Viele Nationen nutzen die Vorbereitung und schauen persönlich im Westerzgebirge vorbei. Im benachbarten Klingenthal finden die Sportler optimale Bedingungen, die Lehrgänge und Training dann mit einer Anprobe bei Rass verbinden. „Skistiefel sind keine Massenware. Jeder Springer ist individuell, benötigt seinen auf sich abgestimmten Schuh und hat seine eigenen Vorstellungen“, weiß der Geschäftsführer, der selbst einmal Skispringer war, aus eigener Erfahrung.

2.500 bis 3.000 Paare pro Saison

Mittlerweile springt jeder der im Weltcup aktiven Skispringer und Nordischen Kombinierten mit Skistiefeln der Firma Rass. So ist es nicht verwunderlich, dass pro Saison etwa 2.500 bis 3.000 Paare die zwei Werkhallen verlassen. Doch wie viele Paar Schuhe benötigt ein Sportler? „Das ist völlig unterschiedlich“, weiß Tom Rass zu berichten. „In der Regel springen die Aktiven zwei bis zehn Paare pro Saison.“ Doch es gibt auch kuriose Ausnahmen. Die japanische Skisprung-Legende Noriaki Kasai beispielsweise springt seit zwei Jahren mit ein und demselben Paar. „Vor zwei Wochen hatte ich erst ein Gespräch mit ihm, weil er auch in der kommenden Saison wieder mit den gleichen Stiefeln springen möchte“, sagt Tom Rass mit einem Augenzwinkern.

Fast 40 Jahre Erfahrung

Die Erzgebirger haben seit 1975 immer wieder von sich reden gemacht. Zuerst erfanden sie Sprungstiefel mit Wadenspoilern, die die Zahl der schweren Stürze erheblich verringerten, dann kreierten sie 1992 in Zusammenarbeit mit weiteren Firmen wie Silvretta Sherpas das erste Bindungssystem für Sprungstiefel weltweit. Die einzelnen Schuhmodelle werden ständig weiterentwickelt. Und auch ein zweites erzgebirgisches Unternehmen ist an der Produktion beteiligt. Bereits seit DDR-Zeiten arbeitet die Hugo Stiehl Kunststoffverarbeitung GmbH aus Crottendorf als Zulieferer für Rass.

Erste Fußballschuhe aus dem Hause Rass

Seit 1963 werden in nunmehr fünfter Generation neben den Skistiefeln auch Sportschuhe für Freizeit, Fußball, Hallen- und Ringersport hergestellt. Tanzschuhe, Gardestiefel für Karneval und Paraden, Schuhzubehör sowie Maßanfertigungen und Übergrößen auf Anfrage ergänzen das Portfolio der 35-Mann starken Firma von Erzgebirgsbotschafter Tom Rass. Markenfirmen wie Adidas lassen bei Rass-Sportschuhe ihre Topmodelle fertigen. Seit vergangenem Jahr werden in Schönheide auch Fußballschuhe made by Rass hergestellt. „Wir wollten unsere Produktpalette einfach weiter vergrößern. Die Erfahrungen, die wir in den Jahren gesammelt haben, haben wir in die Entwicklung eigener Fußballschuhe eingebracht“, erläutert der gelernte Orthopädiemeister. In diesem Jahr soll der Vertrieb nun stärker forciert werden. Einen ersten Erfolg haben die Erzgebirger dabei schon verzeichnet: Die Zweitligafußballer des FC Erzgebirge Aue absolvieren erste Schuhtests im Training.