Angebote für Dreh- und Frästeile in Minutenschnelle

11.10.2022

Student erleichtert Unternehmen mit Software-Lösung die Arbeit

Julian Meinhold aus Annaberg-Buchholz programmiert seit seiner Schulzeit, nun hat der Student seine erste Firma gegründet, mit der er CNC-Dreh- und Fräsfirmen bei der Angebotserstellung helfen will – dafür erhielt er den InnoStartBonus, ein einjähriges Stipendium für Gründende aus Sachsen.

Wofür Firmen oftmals eine dreiviertel Stunde Zeit benötigen, das schafft Julian Meinhold in zwei Minuten. Der 22-Jährige Student hat eine Software entwickelt, die Angebote errechnet für Firmen, die CNC-Teile produzieren. „Mein Programm berechnet blitzschnell anhand einer Zeichnung die Fertigungskosten und empfiehlt die wirtschaftlichsten Schnittparameter für die Fertigung“, erklärt Julian Meinhold.

Der Hintergrund: In der Regel werden in fertigenden Unternehmen Kostenkalkulationen auf Basis des zu bearbeitenden Materials und von Schätzungen der Zeit gemacht, die üblicherweise für den gewünschten Bearbeitungsvorgang benötigt wird. Die Annahmen basieren auf Schätzungen und Erfahrungswerten bzw. aufwendigen Modellrechnungen, die die Kalkulation schnell ungenau werden lassen. Diese Rechnungen sind zeitaufwändig und damit teuer – vor allem, wenn das entstandene Angebot dann nicht angenommen wird und ein Mitbewerber den Zuschlag erhält.

Bei Software auf Intuition gesetzt

Julian Meinhold hat deshalb eine intuitive Software entwickelt, die relevante Faktoren in die Angebotserstellung einbezieht und schnell berechnet. So können Angebote schneller und genauer berechnet werden. Kunden, die sein Angebot nutzen, loggen sich ins Programm ein, fügen die jeweiligen für den Auftrag relevanten Daten ein und die Software, die sich auf einem von Julian Meinhold gemieteten Server befindet, errechnet die Angebotsdaten. Wie der Student erklärt, gäbe es zwar schon Plattformen, die Angebote vermitteln, sein Programm zeichne sich jedoch dadurch aus, dass es schnelle Berechnungen für Kunden erstelle, die sie dann an die Anfragenden übermitteln können.


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Seit dem Beginn dieses Jahres ist sein Projekt „PrimeCalc“ ein ausgegründetes Einzelunternehmen. Dafür unterstützte ihn die sächsische Innovationplattform futureSAX für ein Jahr mit ihrer Gründungsförderung, dem InnoStartBonus. Wie Julian Meinhold sagt, habe er in diesem Zusammenhang für ein Jahr monatlich 1.000 Euro überwiesen bekommen, die es ihm ermöglichten, viel Zeit und Energie in seine Gründung zu stecken. Mit dem Studium sei die Gründung jedoch nicht kollidiert, wie der Maschinenbaustudent versichert.

"Was ich für die Firma lerne, lässt sich auch super im Studium anwenden.“ 

Schon als Schüler mit Gründer-Genen

Mit dem Spagat zwischen eigener Innovation und Ausbildung machte er schon als Jugendlicher Erfahrungen. Seine ersten Programmierarbeiten startete der Annaberg-Buchholzer bereits in seiner Schulzeit. In der siebten Klasse schloss er sich in seiner Schule, dem Landkreisgymnasium St. Annen, der dortigen Informatik-AG an. Wie Julian Meinhold erzählt, spielte er daraufhin mit dem Gedanken, Webseiten zu designen. Da habe es aber schon reichlich Angebote gegeben, also vertiefte er sich auf das Schaffen von Analyse- und Managementtools für Webseiten. „Die Schulwebseite war die erste, auf der ich das Tool ausprobieren konnte“, sagt Julian Meinhold. Etwa in dieser Zeit begann er sich auf eine Gründung vorzubereiten. Wobei er im Nachgang vieles anders machen würde. Damals habe er ein Produkt entwickelt und dann nach Abnehmern gesucht – heute entwickelt der Gründer seine Software gemeinsam mit Kunden.

Ziel: Unternehmenswachstum

Davon hat er mittlerweile eine knappe Hand voll, darunter die Automatendreherei Armin Böhm in Wolkenstein. Mit ihnen baut er sein Programm weiter aus und kann sein Angebot nach den konkreten Bedürfnissen der Firmen ausrichten. Auch mit einer Firma in Baden-Württemberg, die Interesse an seiner Arbeit hat, steht der Programmierer derzeit in Kontakt.

Neue Kunden gewinnt Julian Meinhold derzeit noch auf ganz klassische Art und Weise. „Ich schaue mir Webseiten an oder mir werden Firmen empfohlen. Die rufe ich dann an, stelle ihnen mein Programm vor und gebe ihnen bei Bedarf Demo-Zugänge“, erklärt er. Künftig wolle er aber über Soziale Netzwerke wie Facebook und LinkedIn auf sich aufmerksam machen und auch die gut vernetzte Wirtschaftsstruktur in seiner Heimat, dem Erzgebirge, möchte er nutzen, um neue Kooperationspartner zu gewinnen.

Und wie soll es weitergehen? „Ich möchte, dass die meisten Firmen, die mit CNC-Teilen arbeiten im Erzgebirge, mit PrimeCalc arbeiten und es nutzen“, sagt Julian Meinhold. Zudem hofft er, in den kommenden Jahren weiter zu wachsen und spätestens zum Ende seines Studiums auf einer soliden wirtschaftlichen Basis stehen zu können.