Wald. Wasser. Moor. Was im Erzgebirgswald oft übersehen wird

Der Wald gehört im Erzgebirge zum Alltag. Er ist Ort für Spaziergänge, Naturerlebnisse und ruhige Stunden. Zwischen Bäumen, Bächen und feuchten Senken verbirgt sich dabei eine Landschaft , die oft erst auf den zweiten Blick sichtbar wird. Der Forstbezirk Eibenstock stellt genau diese Bereiche 2026 in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Wald. Wasser. Moor.“ richtet sich der Fokus auf feuchte Wälder, Moore, kleine Bäche und Quellgebiete im Erzgebirge. Rund um den Welttag der Feuchtgebiete am 2. Februar startete dazu ein Fotowettbewerb. Gesucht werden Bilder, die zeigen, wie eng Wald, Wasser und Moor in der Region zusammenhängen.

Wasser formt den Erzgebirgswald

Der Erzgebirgswald besteht nicht nur aus Fichten und Buchen. Wasser bestimmt, wie stabil und artenreich er ist. Es sammelt sich in Mooren. Es versickert im Boden. Es speist Bäche und Talsperren . Damit sichert es Lebensräume für Tiere und Pflanzen – und die Trinkwasserversorgung im Erzgebirge. Moore gelten als besonders sensibel. Ihr Zustand hängt direkt vom Wasserstand ab. Gleichzeitig prägen sie seit Jahrhunderten das Landschaftsbild. Frühere Entwässerungen und Torfstiche sind vielerorts noch sichtbar. Im Zuständigkeitsbereich des Forstbezirks liegen große Waldflächen mit zahlreichen Feuchtgebieten. Auch drei Trinkwassertalsperren gehören dazu. Sie versorgen weite Teile der Region mit sauberem Wasser. Johannes Riedel, Leiter des Forstbezirks, sagt: „Viele Menschen verbinden den Wald vor allem mit Bäumen. Dabei entscheidet oft das Wasser darüber, wie gesund und vielfältig ein Wald ist. Moore, feuchte Böden und kleine Bäche gehören ganz selbstverständlich dazu, gerade hier im Erzgebirge.“ Und weiter: „Mit dem Motto ‚Wald. Wasser. Moor.‘ möchten wir diesen Zusammenhang sichtbar machen und dazu anregen, genauer hinzuschauen.“

Fotowettbewerb macht Natur sichtbar

Der Wettbewerb läuft bis zum 30. September 2026. Mitmachen können alle Interessierten, unabhängig vom Alter oder von fotografischer Erfahrung. Gesucht werden Motive aus dem gesamten Forstbezirk. Nebel über einer Moorfläche. Ein glitzernder Pilz nach Regen. Libellen an einem Quellbereich. Oder herbstliche Farben im Moorwald. Die schönsten Aufnahmen erscheinen in einem Kalender für das Jahr 2027. So entsteht ein vielschichtiger Blick auf die Feuchtgebiete im Erzgebirge.

Moorwanderung im Juni

Ein weiterer Termin steht bereits fest. Am 6. Juni 2026 lädt Revierförsterin Anne Borowski im Rahmen der Frühlingsspaziergänge zu einer Moorwanderung ein. Teilnehmende erhalten Einblicke in Tier- und Pflanzenwelt sowie in die Bedeutung der Moore für den Wasserhaushalt der Region. Gleichzeitig entstehen neue Motive für den Wettbewerb. Über das Jahr hinweg beleuchtet der Forstbezirk weitere Aspekte des Themas. Es geht um Wasser im Wald, historische Spuren der Nutzung und aktuelle Fragen der Forschung. Das Erzgebirge zeigt damit einmal mehr, wie eng Natur , Landschaft und Verantwortung hier verbunden sind.