Millionen-Marke geknackt: Bergwerk schreibt Geschichte
Vom Forschungsstollen zum Besuchermagnet
Die Wurzeln reichen bis 1981 zurück. Damals wurde die sogenannte Wismutstrecke geöffnet. Zunächst für Fachleute. Daraus entstand die Befahrungsgruppe der Bergknapp- und Brüderschaft „Glück Auf“ Frohnau. Am 10. November 1990 gründete sich der Verein Altbergbau Markus-Röhling-Stolln Frohnau e. V. Sein Ziel war klar: Das Bergwerk sollte für Gäste zugänglich werden. 1992 begann der Ausbau. Ehemalige Wismut-Bergleute brachten ihr Wissen ein. 1993 folgte der Wetterschacht. Eine Grubenbahn wurde eingebaut. Stollen wurden gesichert. Ein historisches Kunstrad entstand nach alten Zeichnungen. Technik aus früheren Zeiten blieb so erhalten. Im Juli 1994 öffnete das Besucherbergwerk. Seitdem wächst das Angebot stetig. 2008 wurde bereits der 500.000. Gast begrüßt.
Welterbe mit Strahlkraft
2019 kam ein weiterer großer Schritt. Der Stolln wurde Teil der UNESCO-Welterbe Montanregion Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří. 2022 eröffnete ein neuer Rundgang. Seitdem erhalten Gäste noch tiefere Einblicke in den Abbau von Silber, Kobalt und Uran. Rohstoffe, die das Erzgebirge über Jahrhunderte prägten. Oberbürgermeister Rolf Schmidt sagte vor Ort: „Es macht uns stolz, dass dieser Erfolg vor allem durch hervorragend funktionierende Vereinsarbeit und außerordentliches ehrenamtliches Engagement möglich geworden ist.“ Der Stolln sei weit mehr als ein Besucherbergwerk. Er sei Lernort, Forschungsstätte und fester Teil der Identität im Erzgebirge.
500 Jahre Bergbaugeschichte
Der Ursprung des Stollns liegt im 16. Jahrhundert. Damals wurde er als St.-Anna-Stolln zur Entwässerung der Gruben am Schreckenberg angelegt. 1727 erhielt er den Namen Markus Röhling. Bis 1857 wurden hier rund 15,4 Tonnen Silber und über 51.000 Zentner Kobalterz gefördert. Diese Zahlen stehen für harte Arbeit vieler Generationen. Heute erleben Gäste diese Geschichte hautnah. Der einmillionste Besuch zeigt, wie stark das Interesse an der Montantradition im Erzgebirge ist. Unter Tage verbindet sich Vergangenheit mit Gegenwart. Und das Erzgebirge zeigt, wie lebendig seine Wurzeln bis heute sind.