Junger Geschäftsführer bei Katzensteiner Agrar GmbH

(v.l.n.r.): Andy Kehrer, Beigeordneter der Stadt Zwönitz; Karl Günther, ehemaliger Geschäftsführer der KAZ; Paul Borrmann, neuer Geschäftsführer der KAZ.
(v.l.n.r.): Andy Kehrer, Beigeordneter der Stadt Zwönitz; Karl Günther, ehemaliger Geschäftsführer der KAZ; Paul Borrmann, neuer Geschäftsführer der KAZ.

Schritt in die Zukunft – KAZ feiert 30-jähriges Jubiläum und begrüßt neuen Geschäftsführer

Seit nunmehr 30 Jahren steht die Katzensteiner Agrar GmbH für qualitativ hochwertige Landwirtschaftsprodukte und ist als Arbeitgeber und feste Institution im Stadtleben von Zwönitz nicht mehr wegzudenken.

Am 1. Juli 1991 gründete sich die Katzensteiner Agrar GmbH, die bei den Zwönitzern seit jeher auch unter der einfachen Bezeichnung „Kartoffellagerhaus“ oder „KAZ“ bekannt ist. Bereits im Jahr 1990 kam es dabei zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit, in diesem Jahr wurde die Pflanzenproduktion der ehemaligen LPG „Am Katzenstein“ Affalter mit den drei LPG Tierproduktionen in Zwönitz, Affalter und Dorfchemnitz zusammengeführt. Fest verbunden mit der KAZ ist dabei der Geschäftsführer seit der ersten Stunde, Karl Günther. Das Hauptgeschäft, die Kartoffel, wurde in den ersten Jahren noch durch ein Speditionsgeschäft und Busverkehr sowie einer Baubrigade ergänzt. Diese einzelnen Unternehmensbestandteile wurden aber schrittweise wieder aufgegeben, zuletzt 2005 der Speditionsbetrieb. Auch der Pflanzenschutz spielte von Beginn an eine große Rolle. Durch große und zukunftsorientierte Investitionen in neue Ausbringungstechnik von Pflanzenschutzmitteln konnte über die vielen Jahren stets eine Einhaltung der hohen Auflagen für eine boden- und umweltschonende Anwendung garantiert werden.

Aber was wäre die KAZ ohne die Kartoffel?! Die Katzensteiner Agrar GmbH kauft die frisch vom Feld kommende Ernte auf und kümmert sich um alle notwendigen Arbeiten, die bis zur Vermarktung der für unsere Region typischen Knolle notwendig sind. Eingangskontrolle, sortieren, lagern, wieder sortieren, verpacken. Bis das Lager leer ist und alle Kartoffeln beim Endkunden sind, vergeht von Saisonbeginn bis – ende ein anstrengendes Jahr. Denn die Kartoffel ist auch ein sensibles Gemüse und verlangt einen ausgeklügelten Lagerungsprozess, um die hohe Qualität der KAZ gewährleisten zu können.

Absatz finden die Pflanzkartoffeln aus dem Erzgebirge nicht nur in Deutschland. Die Zwönitzer exportieren die Knolle in viele europäische Länder. Ein großer Teil der Kartoffeln wird allerdings auch direkt vor Ort verkauft und am Kartoffellagerhaus abgeholt. Im kleinen Hofladen finden sich so viele regionale Produkte, die man im Standardsupermarkt nicht bekommen würde. Und das kommt bei den Kunden sehr gut an. Glücklicherweise können die Zwönitzer Kartoffelvermarkter auf eine große Zahl an regionalen Kunden vertrauen, denn in den vergangenen Jahren war es nicht immer leicht im „Kartoffelgeschäft“.

Gerade auch überregional bekannt ist die KAZ aber auch für das in jedem Jahr stattfindende Erntedankfest in Verbindung mit dem Zwönitzer Pferdetag. Leider im vergangenen Jahr durch Corona ausgefallen bzw. nur über den Zwönitzer Bauernmarkt realisiert, sollen die Festlichkeiten in diesem Jahr wieder stattfinden.

nd so soll die konstant hohe Qualität der KAZ, die man seit 30 Jahren gewöhnt ist, auch in Zukunft Bestand haben, auch wenn sich ein entscheidender Faktor ändern wird: Karl Günther tritt seinen wohl verdienten Ruhestand an. Die Geschäfte wird zukünftig Paul Borrmann leiten, eine Aufgabe, für die sich der junge Mann mehr als fit fühlt.

Das Interesse für den Agrarsektor bestand bei ihm schon von Kinderbeinen an. Schon damals gab es nichts besseres, als den Traktoren bei der Feldarbeit zuzuschauen oder im Stall mitzuhelfen. In den Ferien half er bei der Zwönitzer Agrargenossenschaft e.G. aus.

Und so war auch der Weg der Ausbildung schon früh vorgezeichnet. » Nach dem Abitur habe ich im Rahmen des EBBA-Projektes (Erwerb des Berufsabschlusses im Bachelor-Studiengang Agrarwirtschaft) eine Studienbegleitende Ausbildung begonnen. Dabei begann ich zunächst mit 14 Monaten Lehrausbildung in der Zwönitzer Agrargenossenschaft, gefolgt von zwei Studiensemestern Agrarwirtschaft an der HTW Dresden. In den Sommersemesterferien wurde die Lehre in einem Biobetrieb, der Agrargenossenschaft e.G. Großzöbern, fortgesetzt. Es folgten wiederum zwei Studiensemester und die Lehre in den Sommersemesterferien, diesmal wieder in Zwönitz. Am Ende dieser Praktischen Phase erfolgte die Prüfung zum Landwirt. Nach zwei weiteren Semestern schloss ich das Bachelorstudium erfolgreich ab. Und begann nahtlos mit dem Masterstudium an der selben Hochschule. Das Praktikum im Masterstudium absolvierte ich in der Agrargenossenschaft Langenchursdorf e.G. und schrieb Schlussendlich meine Masterarbeit über „Die Auswirkung des Legeabstandes, der Legetiefe und der Pflanzgutfraktion auf die Abreife von Kartoffeln“ in der KAZ. «

Den ersten beruflichen Kontakt mit der KAZ hatte Borrmann während seiner Ausbildung zum Landwirt in der Zwönitzer Agrargenossenschaft. Diese tauscht ebenso wie die Agrargenossenschaft Lößnitz-Stollberg Arbeitskräfte und Maschinen für das Legen und Ernten der Kartoffeln mit der KAZ aus. „Für die Lehrausbildung war dieser Austausch sehr positiv, da in verschiedenste Betriebsabläufe ein Einblick gewährt wurde.“, erzählt Paul Borrmann.

Für die nähere Zukunft sieht er aber keinen Bedarf, Dinge grundlegend ändern zu müssen. » Karl Günther hat die KAZ nicht umsonst 30 Jahre erfolgreich geleitet. Der Betrieb hat ein junges Team an Mitarbeitern, welche mir tatkräftig zur Seite stehen. Auch technologisch ist die KAZ auf einem guten Stand. Es wird dabei meine Aufgabe sein sowohl die Sortieranlagen, als auch die Feldtechnik auf einem modernen Stand zu halten, « sagt er. Denn auf lange Zeit gesehen will er hochwertige Pflanz- und Speisekartoffeln erzeugen, immer mit einer hohen Wirtschaftlichkeit und einer guten Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern. Wir sind uns sicher, dass nach 30 erfolgreichen Jahren noch viele dazu kommen!