Erzgebirgs-Hotel gibt Erfahrungen mit internationalen Teams weiter

Das Elldus Resort in Oberwiesenthal übernimmt eine neue Aufgabe: Das familiengeführte Hotel- und Ferienresort ist Regionalbotschafter des Netzwerks „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ in Sachsen für 2026/27. Damit kann ein Unternehmen aus dem Erzgebirge seine Erfahrungen mit internationalen Mitarbeitenden bundesweit weitergeben. Das Netzwerk besteht seit zehn Jahren und wurde von der Deutschen Industrie - und Handelskammer und dem Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufen. Die Regionalbotschafter vertreten das Netzwerk jeweils ein Jahr in ihrem Bundesland.

Menschen aus neun Nationen arbeiten im Erzgebirgs-Resort

Die Ernennung kam für das Elldus Resort zunächst überraschend. Geschäftsführerin Melanie Ellinger erklärt: „Als die Anfrage kam, haben wir uns zuerst gefragt, ob wir wirklich die Richtigen für diese Aufgabe sind.“ Ein Blick auf das Team gab die Antwort. Menschen aus neun Nationen arbeiten aktuell im Resort. Mehr als 40 Prozent der Beschäftigten haben keine deutsche Staatsangehörigkeit. Rund 30 Prozent der Belegschaft kommen aus Tschechien. Hinzu kommen unter anderem Auszubildende aus Vietnam und Indien sowie Geflüchtete aus der Ukraine.

Für den Betrieb im Erzgebirge gehört das gemeinsame Arbeiten von Menschen mit verschiedenen Sprachen und Lebensgeschichten längst zum Alltag. Deutsch dient als gemeinsame Sprache im Unternehmen. Je nach Abteilung kommen zudem Englisch, Tschechisch und weitere Sprachen zum Einsatz. Ein Deutschkurs im Haus hilft Beschäftigten beim Lernen der Sprache.

Hilfe geht über den Arbeitsplatz hinaus

Das Elldus Resort unterstützt internationale Beschäftigte auch bei Fragen rund um Wohnung, Sprache und soziale Kontakte. Familien erhalten ebenfalls Hilfe, etwa bei Kindergarten, Schule oder Ausbildung. „Unser Ziel ist, dass aus einem Arbeitsplatz ein Stück neue Heimat wird“, sagt HR-Managerin Jessica Rusch. Gerade für Hotels und Gaststätten spielen Beschäftigte aus anderen Ländern eine große Rolle. Viele freie Stellen und Ausbildungsplätze lassen sich laut Elldus Resort ohne internationale Bewerber nur schwer besetzen. Mit seinen Erfahrungen kann der Betrieb aus Oberwiesenthal nun anderen Unternehmen praktische Einblicke geben. Respekt und ein offenes Miteinander gehören dabei zu den Grundsätzen des Hauses.

Zukunft des Netzwerks nach 2026 offen

Die neue Aufgabe ist allerdings mit Unsicherheit verbunden. Die aktuelle Förderung des Netzwerks läuft zum 31. Dezember 2026 aus. Das Netzwerk wird derzeit mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums sowie mit Eigenmitteln der Deutschen Industrie- und Handelskammer finanziert. Ob und in welcher Form die Arbeit danach weitergeht, ist offen. Für das Elldus Resort ändert das nichts an der Arbeit mit internationalen Beschäftigten. Das Unternehmen will seine Erfahrungen weiterhin mit anderen Betrieben teilen und persönliche Geschichten aus dem Team sichtbar machen. Damit kommt aus dem Erzgebirge ein Beispiel dafür, wie internationale Fachkräfte und Auszubildende langfristig in einem Unternehmen Fuß fassen können. In Oberwiesenthal gehören Menschen aus verschiedenen Ländern längst fest zum Arbeitsalltag.