Deutschlands dienstältestes Jugendparlament sitzt in Freiberg
Seit seiner Gründung im Jahr 1996 arbeitet das Gremium ohne Unterbrechung und gilt damit als das am längsten durchgehend aktive Kinder- und Jugendparlament Deutschlands. Zugleich gehörte es zu den ersten Kinder- und Jugendparlamenten in Ostdeutschland. Möglich wurde diese Kontinuität vor allem durch die enge Anbindung an die Stadtverwaltung und die kontinuierliche fachliche sowie personelle Begleitung. So entstand über drei Jahrzehnte hinweg ein fester Ort der Mitbestimmung, an dem junge Menschen erleben, dass ihre Ideen gehört werden und tatsächlich etwas bewegen können.
Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung das KiPa für Freiberg hat: Rund 700 Kinder und Jugendliche haben sich seit 1996 engagiert, etwa 400 Themen und Fragen an die Stadt herangetragen und rund 150 Beschlüsse auf den Weg gebracht. Vor allem aber hinterlässt das Kinder- und Jugendparlament sichtbare Spuren im Stadtbild. So setzte es sich erfolgreich für die Neugestaltung der Fußgängerquerung zwischen Petersstraße und Albertpark ein, initiierte den inzwischen fest etablierten Spielplatzcheck und begleitete Verbesserungen im Schülerverkehr. Zu den besonderen Erfolgen zählen außerdem der Wasserspielplatz im Albertpark sowie der Spielplatz am Seilerberg, der vollständig nach den Vorstellungen von Kindern geplant und umgesetzt wurde und heute ein beliebter Treffpunkt ist.
Das KiPa entwickelt sich dabei stetig weiter. Seit 2025 vergibt das Gremium den Freiberger Jugendpreis eigenständig und würdigt damit junge Menschen, die sich in besonderer Weise für die Stadtgesellschaft engagieren. Preisträgerin des Jugendpreises 2025 war Alexandra Schneider. Das Jubiläum, das die jungen Parlamentarierer mit vielen Gästen Anfang Juni gefeiert hat, ist deshalb weit mehr als ein Blick zurück. Seit 30 Jahren lernen Kinder und Jugendliche im KiPa, Verantwortung zu übernehmen, Interessen zu vertreten, Kompromisse auszuhandeln und demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig tragen sie mit ihren Ideen dazu bei, Freiberg kinder-, jugend- und familienfreundlicher zu machen. Und genau darin liegt die Zukunft des Kinder- und Jugendparlaments: Auch die nächsten Generationen sollen erleben, dass Demokratie nicht irgendwo stattfindet, sondern direkt vor der eigenen Haustür beginnt. Denn wer früh erfährt, dass die eigene Stimme etwas bewirken kann, gestaltet nicht nur die Stadt von heute, sondern auch die Gesellschaft von morgen.
Bürgermeister Martin Seltmann: „Seit drei Jahrzehnten zeigen junge Freibergerinnen und Freiberger, dass ihre Ideen unsere Stadt bereichern und verändern können. Dieses Engagement ist alles andere als selbstverständlich. Umso dankbarer bin ich, dass so viele Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen und unsere Stadt aktiv mitgestalten. Das Jubiläum ist auch Anlass, voller Vorfreude nach vorn zu schauen. Ich bin gespannt auf die Ideen, Perspektiven und Projekte, mit denen die kommenden Generationen unsere Stadt weiterentwickeln werden.“
So funktioniert das KiPa
Die KiPa-Wahlperiode dauert zwei Jahre. In diesem Jahr wird wieder ein neues Parlament gewählt.
Im Januar und Juni finden die großen Sitzungen statt, ähnlich den Stadtratssitzungen. Hier werden die Arbeitsthemen öffentlich vorgestellt, Fragen gestellt, Beschlüsse gefasst und die Themen an die Verwaltung weitergeleitet.
Das KiPa hat sein Büro im Pi-Haus. Von dort aus organisiert der Vorstand in Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Jugend der Stadtverwaltung Freiberg die Arbeit.
Gewählt werden die Jungparlamentarier an ihren jeweiligen Schulen: an Grund- und Oberschulen je zwei, am Gymnasium sechs. Ab der dritten Klasse darf sich zur Wahl gestellt werden. Das Kinder- und Jugendparlament Freiberg ist somit eine Vertretung 13 Freiberger Schulen mit Mitgliedern zwischen aktuell 9 und 19 Jahren.