Bremsscheibe der Zukunft mit Erzgebirgs-Knowhow

Die ANDRITZ AWEBA GmbH aus Aue-Bad Schlema gehört zu den Partnern eines Forschungsprojekts für neue Edelstahl-Bremsscheiben mit besonders geringem Verschleiß. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IWU, der TU Chemnitz und der ElringKlinger AG entstand eine Lösung, die die künftigen Euro-7-Vorgaben bereits erfüllt. Die neue EU-Norm berücksichtigt erstmals auch den Feinstaub, der beim Bremsen entsteht. Ab Ende 2026 gelten dafür verbindliche Grenzwerte. Die entwickelten Bremsscheiben sollen deutlich weniger Abrieb erzeugen und gleichzeitig länger halten als bisherige Systeme aus Grauguss.

Bis zu 300.000 Kilometer Laufleistung möglich

Im Projekt „Ufo-Brems“ setzten die Entwickler auf nitrierten Edelstahl. Das Material gilt als besonders widerstandsfähig gegen Verschleiß, Hitze und Rost. In Verbindung mit einem anorganischen Bremsbelag reduzierte sich der Verschleiß laut Projektteam um mehr als 85 Prozent gegenüber heutigen Standardlösungen. Die prognostizierte Lebensdauer der Bremsscheiben liegt bei bis zu 300.000 Kilometern. Gleichzeitig sparen Fahrzeuge durch die leichtere Bauweise bis zu fünf Kilogramm Gewicht ein. Das verbessert das Fahrverhalten und senkt den Energieverbrauch.

AWEBA bringt Werkzeugbau-Kompetenz ein

Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Die Projektkoordination übernahm der Projektträger Jülich. AWEBA brachte dabei seine Erfahrung im Werkzeugbau und in der Umformtechnik ein. Das Unternehmen zählt zu den Komplettanbietern für Umform-, Schneid- und Druckgießwerkzeuge – von der Entwicklung bis zur Serienfertigung. Die TU Chemnitz stellte die Testinfrastruktur bereit und übernahm die Auslegung der Bremsscheibe. Das Fraunhofer IWU führte Simulationen und die praktische Umsetzung der Umformprozesse durch. ElringKlinger steuerte Know-how bei Beschichtungen und der Metallverarbeitung bei.

Erste Prüfstandtests erfolgreich bestanden

Getestet wurde die neue Bremsscheibe bereits erfolgreich am Schwungmassenprüfstand der TU Chemnitz. Dort überzeugte das System mit sehr guten Werten bei Belastung und Verschleiß. Mit dem Projekt zeigt sich erneut, wie stark Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem Erzgebirge und der Region an Technologien für die Mobilität von morgen arbeiten.