Bahntechnik im Erzgebirge: Internationale Verbindung
Im sächsischen Annaberg-Buchholz, unweit der Grenze zu Tschechien, entwickeln und erproben Ingenieurteams, mittelständische Ausrüster der Bahnbranche und Bahninfrastrukturbetreiber gemeinsam die Eisenbahntechnik von morgen und übermorgen. Der Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) ist ein einzigartiger Forschungs- und Innovationscampus für intelligent-vernetzten Eisenbahnverkehr: von digitaler Zugleittechnik über vollautomatisierte Zugsteuerung auf Distanz per 5G-Mobilfunk bis hin zu innovativen Fahrzeugkonzepten. Im Netzwerk des SRCC engagieren sich bereits mehr als 160 Firmen und Institutionen aus dem In- und Ausland. Darunter sind große international agierende Konzerne wie Siemens Mobility, Vodafone oder Frauscher Sensortechnik, aber auch viele innovative Mittelständler.
Durch ein EU-gefördertes Internationalisierungsprojekt mit dem Namen "RailInnoHUB Sachsen-Tschechien" will sich der Campus nun zu einem grenzüberschreitenden Innovationscluster weiterentwickeln. "Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze sollen gemeinsam mit Eisenbahnunternehmen marktfähige Bahntechnikinnovationen entwickeln und zusammen mit Infrastrukturbetreibern testen", erklärt Projektberater Ulrich Bobe. "Wir organisieren Workshops und Konferenzen und bahnen Pilotprojekte an, um Branchen- und Marktkenntnisse zu vermitteln."
Deutsch-tschechisches Großprojekt im Blick
Die Organisatoren wollen Mittelständlern dabei auch helfen, von einem der größten Infrastrukturprojekte zwischen Deutschland und Tschechien zu profitieren: die geplante Neubaustrecke zwischen Dresden und Prag, inklusive zweier Tunnel durch das Erzgebirge und das Böhmische Mittelgebirge. Das Vorhaben gehört zu den wichtigsten Bahnprojekten Mitteleuropas und könnte den internationalen Eisenbahnverkehr auf der wichtigen Achse Berlin-Prag-Wien (oft 'Via Vindobona' genannt) in der Zukunft erheblich beschleunigen. "Der SRCC und sein Netzwerk können den Unternehmen als Sprungbrett dienen für die Teilnahme an ebensolchen ehrgeizigen Infrastrukturprojekten wie dem Erzgebirgstunnel", sagt Rudolf Heidu, wissenschaftlicher Mitarbeiter am SRCC. "Mit RailInnoHUB knüpfen wir jetzt grenzübergreifend Kontakte, schließen Wissenslücken und führen potenzielle Partner zusammen."
Von Fabian Möpert, Germany Trade & Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH
Die ganze Geschichte, inklusive eines Interviews mit den Projektverantwortlichen am SRCC ist auf Germany Trade & Invest (GTAI) veröffentlicht.