Bahnhof wird zur Bühne: Das steckt hinter „Braided Journey“

Am Unteren Bahnhof in Annaberg-Buchholz ist ein neues Zeichen für Kunst und Identität im Erzgebirge gesetzt. Mit der feierlichen Einweihung von „Braided Journey“ erhielt der Kunst- und Skulpturenweg PURPLE PATH sein letztes Werk. Der Standort am Bahnhof mit seinem Smart Rail Connectivity Campus markiert einen wichtigen Zugang zur Stadt und zur Region.

Das Kunstwerk stammt vom Kollektiv REDFORT architectural fabrics mit dem Künstler Joep Verhoeven. Es gehört zum Flagship-Projekt der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 und verbindet Chemnitz mit 38 Kommunen der Region. Annaberg-Buchholz rückt damit erneut in den Fokus des Erzgebirges.

Musik, Handwerk und Geschichte

Den Auftakt der Einweihung gestaltete das Posaunenensemble des Landkreis-Gymnasiums St. Annen mit dem Bergmannslied „Der Steiger“. Die Klöpplerinnen der Klöppelschule „Barbara Uthmann“ zeigten ihre Arbeit live vor Ort. Die Wahl des Datums hatte Gewicht. Am 14. Januar jährte sich der Todestag von Barbara Uthmann zum 451. Mal. Sie brachte das Klöppeln nach Annaberg-Buchholz und schuf neue Arbeit für viele Frauen im Erzgebirge. Ihr Wirken steht bis heute für Tatkraft und Wandel.

Filigrane Form mit starker Aussage

„Braided Journey“ ist rund vier Meter hoch und besteht aus lichtdurchlässigem, weiß beschichtetem Stahldraht. Die geflochtene Struktur greift die erzgebirgische Klöppelkunst auf. Bei genauem Blick zeigt sich ein florales Motiv, das an die Point-de-Lille-Spitze erinnert. Die Arbeit verweist auf die lange Textil- und Posamenten­tradition im Erzgebirge.

Oberbürgermeister Rolf Schmidt hob die Bedeutung des Werkes hervor: „Es ist mir eine große Freude, als Oberbürgermeister von Annaberg-Buchholz die Einweihung dieses außergewöhnlichen Kunstwerks zu feiern. Es verbindet auf einzigartige Weise die Tradition unserer Stadt mit einem zukunftsweisenden Innovationsgeist. Das Kunstwerk ist eine Hommage an unsere Geschichte und an Persönlichkeiten wie Barbara Uthmann. Es ist ein Symbol für die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Region.“

Auch die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch würdigte das Werk als „ein wirklich gutes Kunstwerk an einem Ort, wo Menschen kommen und Menschen gehen“. Der PURPLE PATH werde durch Annaberg-Buchholz sinnvoll ergänzt und stärke den Zusammenhalt im Erzgebirge.

Kurator Alexander Ochs beschrieb das Werk als Sinnbild für verflochtene Wege und Geschichten. Der Untere Bahnhof stehe für Ankommen und Weitergehen. Genau hier entstehe mit dem Smart Rail Connectivity Campus ein Forschungsstandort für modernen Schienenverkehr. Kunst und Wandel treffen im Erzgebirge sichtbar aufeinander.

Für Reisende und Gäste bildet das Kunstwerk nun den ersten Eindruck von Annaberg-Buchholz – und vom Erzgebirge.