15.01.2026
Was die Piste in der höchstgelegenen Stadt Deutschlands preisgibt
„Sagt mal, wie gefällt’s euch hier?“ An einem herrlichen Wintertag waren wir mit der Kamera am Fichtelberg unterwegs und sind mit Urlaubern aus ganz Deutschland ins Gespräch gekommen. Wir haben sie nach ihrem Blick auf das Erzgebirge gefragt und ob es für sie vorstellbar wäre, hier zu leben und zu arbeiten. Ganz unterschiedliche Menschen haben uns gut gelaunt ein paar Minuten ihres Pistentages geschenkt – und einen ehrlichen Blick auf die Region. Was vor allem dabei herauskommt: Heimatverbunden und tief verwurzelt sind nicht nur die Erzgebirger. Schätze in Wirtschaft und Kultur des Erzgebirges zeigen sich oft erst auf den zweiten Blick.
Wir wissen, die „Uhiesigen“, also die zugezogenen „Neu-Erzgebirger“, freunden sich schnell mit den Unverstelltheit der Menschen hier, den „Hiesigen“, an. Ob aus dem Erzgebirge oder aus der weiten Welt: Die Menschen sind hier, weil sie im Erzgebirge ihren Platz zum Leben gefunden haben.
Sechs Beispiele zeigen, dass sich Personen – ebenso wie Orte – nicht in Schubladen stecken lassen. Gerade die Vielfalt der Menschen hier macht das Erzgebirge spannend und lebenswert. Und sie zeigt, dass es hier jede Menge Raum zur Verwirklichung gibt.
ANNI UND LUANA KÜHNE UND HENDRIK LIEBERS,
AUS FROHBURG
Es ist so schön hier! Wir fahren ganz oft als Tagestouristen hierher, weil es hier so toll ist für Familien. Wir haben die Region schon oft weiterempfohlen und sind auch heute mit Freunden hier. Ob wir hier leben und arbeiten würden? Wir wohnen selbst schon im ländlichen Raum und fühlen uns dort sehr wohl. Unser Eindruck ist aber, dass die Region hier wirtschaftlich schon noch ein wenig abgehängt ist. Gerade eine gute Autobahnanbindung wäre für uns immens wichtig.
Ich selbst habe hier als Fünfjährige das Skifahren gelernt. Seitdem kommen wir immer wieder ins Erzgebirge, egal ob im Sommer oder im Winter.
JASMIN ERFURTH UND RAMONA ROST,
AUS GEITHAIN
Wir finden die Region immer wieder spitze. Schon die Herfahrt durch die Berge ist wunderschön – ein bisschen wie Urlaub . Ich selbst habe hier als Fünfjährige das Skifahren gelernt. Seitdem kommen wir immer wieder ins Erzgebirge, egal ob im Sommer oder im Winter. Manchmal bleiben wir für einen Tag, manchmal für ein verlängertes Wochenende. Hier zu leben und zu arbeiten, können wir uns eher nicht vorstellen. Dafür sind wir zu sehr in unserer Heimat verwurzelt. Ich mag das Örtchen hier. Aber es ist doch sehr… (lacht) ruhig und die nächste große Stadt echt weit entfernt.
ROSEMARIE & LINA HÖGNER UND ANTJE & LAURA NIEHLE,
AUS JENA
Ich stand hier schon vor 20 Jahren das erste Mal auf den Brettern und heute sind wir zum Skifahren hier. Abgesehen von den Schwibbögen muss ich zugeben, dass ich nicht so viel von der Region weiß. Im Erzgebirge lässt es sich bestimmt auch gut wandern , aber im Sommer zieht es mich einfach eher ans Meer. In der Region zu leben und zu arbeiten, kommt für mich nicht in Frage, dazu bin ich viel zu heimatverbunden.
AXEL KUTZ UND GABRIELE RAPP,
AUS EBERSWALDE
Wir wussten, dass hier Schnee liegt und sind ganz kurzentschlossen zum Skifahren hergekommen. Ich war als Kind schon viel im Erzgebirge und finde es hier wunderschön. Dass es hier so abwechslungsreich ist, hat für mich einen echten Erholungswert – immer, wenn man über den nächsten Berg kommt, sieht man wieder etwas anderes. Ich stelle mir allerdings schon die Frage, ob es hier genügend Industrie gibt. Es ist so eine schöne Region, mit echten Prunkstücken und einer tollen Tradition. Junge Leute mit guten Ideen sollten hier echt gefördert werden.
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LENA HOFMANN UND SEBASTIAN FRÖHLING,
AUS BERLIN
Wenn du mich fragst, wie es uns hier gefällt, gibt es nur ein Wort: „Schön!“ Wir sind ab und zu mal hier, vor allem im Winter. Wir lieben die supernetten Leute, die Berge und den Schnee. Es ist so schade, wie andere auf diese Region schauen! Wir sind beruflich leider ortsgebunden, könnten uns prinzipiell vorstellen, in Sachsen zu leben. Hier ist es einfach gut für die Seele. Vielleicht ein bisschen zu ruhig (lacht)… aber ich stelle fest: Je älter man wird, desto mehr lernt man Ruhe doch zu schätzen.
MAARTEN, WIEBKE UND NIS NISSEN,
AUS HEIDE IN HOLSTEIN
Wir finden es hier wunderschön. Eine tolle Region. Echt vielseitig, verschiedene kleine Läden und natürlich schöne Skipisten. Wenn ich ans Leben und Arbeiten hier denke, frage ich mich, wo hier die nächste Uni wäre. Das scheint mir alles zu weit weg. Das kommt also eher nicht in Frage. Und die Kultur ist hier wahrscheinlich ein bisschen knapp in dieser Ecke, oder? Ihr habt hier so eine schöne Natur , so schöne Berge – da solltet ihr echt ein Schwergewicht drauflegen!
SUSANNE UND RONNY HAMPEL MIT TOCHTER,
AUS WOLTERSDORF
Wir haben unseren Herbsturlaub schon in Annaberg verbracht und sind jetzt für ein Wochenende zum Rodeln ins Erzgebirge zurückgekommen. Eine schöne Gegend, nicht nur in der Vorweihnachtszeit – und für uns echt gut erreichbar. Wir fahren allerdings E-Auto und finden, dass hier eine gute Ladeinfrastruktur fehlt. Da gibt es echten Nachholbedarf! Wenn ich in die Berge ziehen würde, dann doch eher nach Österreich – da sind die Gipfel einfach höher und das Meer näher (schmunzelt).
Text: Steffi Mayer
Fotos: Dirk Rückschloß







