Keen on Rhythm

22.10.2019

Let's Dance! Aber bitte im Team.

Mit Leidenschaft für Rhythmus und Teamgeist: Tanzprojekt Keen on Rhythm verbindet!

Gut 20 Mädchen tanzen in Reihen vor dem riesigen Spiegel, halten ihre Arme weit ausgebreitet. Es sind akkurate und trotzdem weiche Bewegungen - die Mädchen scheinen die Musik in Körpersprache umzusetzen. Originell, ästhetisch, kreativ. So beschreiben die Mitglieder von Keen on Rhythm ihr Tanzprojekt selbst. Eine ehemalige, sanierte Schule in Schneeberg ist die Heimstatt der Tanzschule, die aktuell 95 Schüler hat.

In einer anonymen Großstadt bist du in einem Verein nur Kunde. Im Erzgebirge bist du Familienmitglied.

Die Jüngsten sind gerade einmal vier Jahre jung und auch hier springt schon dieser besondere Funke über. Ein Funke, der Schüler und Tanzschule nicht nur die gesamte Kindheit und Jugend, sondern auch darüber hinaus verbindet. Dank der Leidenschaft viele auch in der Region hält. Seit 2003 schon bringt Katja Reichert junge Erzgebirger zum Tanz, bietet ihnen ein breites Spektrum – von der klassischen Ballettausbildung über HipHop, JazzDance bis hin zu Modern Dance. Und dabei ist die künstlerische Leiterin des Projektes auch heute noch selbst vom Tanz und eben dem Rhythmus fasziniert.

Vereine sind sinnstiftend und erzieherisch tätig.

Katja Reichert schwärmt vor allem über die „beeindruckende Entwicklung der Kinder und ihre sehr enge und persönliche Bindung zu allen.“ Keen on Rhythm ist einfach ein fester Punkt in der Kultur- und Vereinslandschaft in Schneeberg. Katja Reichert weiter: „Vereine sind sinnstiftend und erzieherisch tätig, so auch wir. Die Kinder haben eine Aufgabe. Sie müssen sich anderen gegenüber verpflichten, schulen ihren Teamgeist. Das fördert ihre persönliche Entwicklung, ihre motorischen Fähigkeiten, sie können sich besser bewegen und fühlen sich wohler in ihrer eigenen Haut und lernen, Ziele zu verfolgen.

Ein Leben für den Tanz

Lebendig ist die Musik. Die Gruppe Grundschülerinnen probt gerade für einen Auftritt, angespornt durch die beiden Trainerinnen Anne Förner und Elaine Wolter. Beide jungen Frauen haben den Spirit von Keen on Rhythm selbst seit ihrer Kindheit aufgesaugt. Beide sind seit 2003 Mitglied im Verein und geben nun ihr Wissen weiter, begeistern die nächste Generation.

Das Gefühl, das mir der Tanz gibt, kann ich einfach mit keinem anderen Sport vergleichen.

Elaine Wolter – eine elfengleiche Tänzerin – beginnt gerade ein duales Studium im Bereich Event Management. Dafür dreht die 18-Jährige zumindest zeitweise Schneeberg den Rücken zu und studiert an der Berufsakademie in Riesa. Ihre praktische Arbeit aber absolviert die junge Frau in Schneeberg, und zwar im Kulturhaus „Goldene Sonne“ – der Wiege des Tanzprojektes „Keen on Rhythm“. „Schneeberg ist mein Mittelpunkt und soll es auch später immer bleiben. Denn das Tanzen hier ist mein Hobby, das ich bisher mein ganzes Leben lang mache. Und das Gefühl, das mir der Tanz gibt, kann ich einfach mit keinem anderen Sport vergleichen.“

Keen on Rhythm – das heißt Kopf aus, Gefühl an. Die junge Frau schwärmt weiter: „Der Verein hat mich geprägt. Hier habe ich Freunde, habe gelernt, Verantwortung zu tragen, pünktlich und höflich zu sein. Durch die Arbeit als Trainerin lerne ich den Umgang mit Kindern. Der Verein ist mein Mittelpunkt. Teil meiner Heimat.“ Zustimmendes Nicken auch bei Anne Förner. Auch die 21-Jährige ist seit ihrer Kindergartenzeit Teil dieser Tanzfamilie. Zum Studieren hat es sie nach Leipzig gezogen. Sie möchte später Biologie und Geschichte an Mittelschulen unterrichten. Doch der Tanz soll immer ein wichtiger Teil ihres Lebens bleiben: „Es ist mehr als ein Hobby. Tanz ist einfach ein Element, das zu meinem Leben dazugehört.“ Auch Anne sieht ihre Zukunft in Schneeberg – als Mittelschul- und Tanzlehrerin.

Das Tanzprojekt „Keen on Rhythm“ ist Heimat, Anlaufpunkt, ein Verein, der verbindet, begeistert und eben einfach eine ganze Region bereichert, dabei aber nie den Blick über den Tellerrand vergisst. Denn Keen on Rhythm geht auch hinaus in die weite Welt – mit Fernsehauftritten und Tanzshows sogar bis nach Japan. Doch die Wurzeln der Tänzerinnen bleiben in ihrem Erzgebirge, in ihrem Ort zum Auftanken.

Text: Manja Kraus-Blechschmidt
Fotos: Bernd März


Magazin „Herzland“

Diese Gechichte erschien zuerst im Magazin „Herzland - Gedacht.Gemacht.Erzählt“. Hier kannst du das gesamte Magazin online lesen, als PDF herunterladen oder gedruckte Exemplare nach Hause bestellen.

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