Wie ein Bonbonmacher sich noch einmal neu erfindet

Manche Fans der süßen Leckereien werden sich noch an die kleine Bonbonmanufaktur erinnern, die vor drei Jahren gegenüber der Kirche St. Annen in Annaberg-Buchholz ihre Türen öffnete. Nach einem Jahr Pause startet Klaus-Dieter Härtel nun wieder durch – mit neuen Ideen im Kopf – und fast gegenüber des „alten“ Ladens.

In Erzgebirge noch nicht gab, war gerade in den ersten Monaten der Zulauf enorm. Ideal gelegen, kam kaum ein Tourist daran vorbei und schaute neugierig in den bunten Bonbonladen. Corona kam, die Besucher blieben aus und Klaus-Dieter Härtel schloss vor einem Jahr die Ladentür. Der Bonbonmacher zog an die Ostsee und arbeite im gleichen Gewerk in einem großen Betrieb. Es wurde eine Stippvisite, denn nach drei Monaten zog es den Erzgebirger zurück in die Heimat. Der Gedanke an einen Neustart setzte sich mehr und mehr fest.

Das Sortiment umfasst verschiedene Bonbonsorten in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen wie Kissen- oder Rockbonbons. Die Sorten unterscheiden sich saisonal. So soll es im Sommer unter anderem Melone und im Herbst Holunderbeeren geben. „Zukünftig möchte ich das Angebot erweitern und auch Lutscher oder Marshmallows aus eigener Produktion verkaufen“, sagt der 41-Jährige. Fünf Prozent seiner Einnahmen möchte er dabei immer spenden. Drei Aktionen und Vereine stehen zur Auswahl, über die der Käufer per Spendenglücksrad mitentscheidet. Zur Wahl stehen: der Verein Erzgenial, der bedürftige Kinder und Familien in der Region unterstützt, das Tierheim Annaberg sowie eine Baumpflanzung durch den Forst Sachsen.

Weiterhin plant der gelernte Werkzeugmacher Workshops, bei denen man seine eigenen Süßigkeiten kreieren kann. Mit einem Workshop begann auch seine Leidenschaft für die süßen Karamellen. „Das alte, traditionelle Handwerk begeisterte mich“, sagt er. Für die Herstellung der Leckereien werden zunächst Zucker, Glucose und Wasser auf 150 Grad Celsius aufgekocht, bevor Geschmacksaromen dazu kommen. Dann wird die flüssige Masse zum Abkühlen auf eine Steinplatte gegossen. Dann werden Farbstoffe und Zitronensäure dazu gegeben, ein Teil der Zuckermasse gezogen und gestreckt, um Luft einzuarbeiten. „Dadurch verändern sich Farbe und Konsistenz, zudem verstärkt es den Geschmack im Mund“, erklärt der Cranzahler. Der andere Teil bleibt unverändert und wird im Anschluss wieder mit der gestreckten Masse vereint. Am Ende wird die Masse noch in die Bonbonstücke geschnitten.

Mit dem Träumen hört der Bonbonkenner nicht auf. Sein großes Ziel ist es, eine Manufaktur in Cranzahl in seinem Fabrikgelände zu eröffnen: „Dort würde ich einerseits die Miete einsparen, andererseits hätte ich deutlich mehr Platz für die Produktion und Workshops“.