Stollen wird zum Markenprodukt

Bäcker aus dem Erzgebirge bündeln erstmals ihre Vermarktungsaktivitäten für das traditionelle Weihnachtsgebäck. Die Verbandsmitglieder erhalten ein eigenes Qualitätssiegel.

VON VIOLA HEIDRICH

ANNABERG/NEUWÜRSCHNITZ - Ausgerechnet ein Müller hat die Initiative ergriffen und angeregt, motivierte Bäcker zu finden, die das Thema Stollen und Weihnachtsland Erzgebirge gemeinsam und besser vermarkten und über die Region hinaustragen. Thomas Rolle, Geschäftsführer der C. F. Rolle Mühle Waldkirchen, verhehlt auch nicht, warum. "Wenn es den Bäckern im Erzgebirge gut geht, hat auch die Mühle was davon", sagte er gestern in der Neuwürschnitzer Bäckerei und Konditorei Walter, wo der Stollenverband Erzgebirge sich, sein Qualitätssiegel und seine Ziele erstmals öffentlich machte.

Für Thomas Rolle ist klar: Eine gemeinsame Vermarktung des Qualitätsproduktes "Erzgebirgischer Weihnachtsstollen" wird sich mittelfristig positiv auf das erzgebirgische Bäckerhandwerk auswirken. Mit dem heutigen Tag wolle man auch beginnen, weitere Mitglieder zu gewinnen. "30 bis 50 Bäcker und Konditoren im Erzgebirge haben das Potenzial dafür", schätzt Vorstandsmitglied Rolle ein. Günther Schneider, Landtagsabgeordneter (CDU) und Schirmherr des Verbandes, glaubt an eine große Wirkung der Initiative und geht sogar noch einen Schritt weiter: Wenn von der Montanregion Erzgebirge die Rede sei, werde dies immer mit dem Bergbau verbunden, aber es gebe ja auch kulturelle und wirtschaftliche Aspekte. Hier setze der Verband an.

Dieser will den typisch erzgebirgischen Stollen der Mitgliedsunternehmen unter der gemeinsamen eingetragenen Schutzmarke "Erzgebirgischer Weihnachtsstollen" vermarkten. Dazu gehört auch, Netzwerke mit anderen Verbänden im Erzgebirge - zum Beispiel aus dem Tourismusbereich - zu bilden. Geplant sind außerdem einheitliche Stollenkartons, kündigte Joerg Fieback, Geschäftsführer der Zebra Werbeagentur an, die für das kopiergeschützte Label verantwortlich zeichnet. "Dieses Produkt Weihnachtsstollen aus dem Erzgebirge hat es verdient, dass es auch ,die da draußen' auf die Zunge bekommen."

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 29.09.2011