Sachsen bietet lebenslang gute Lernbedingungen

Das Erzgebirge erhält in einer neuen Bertelsmann-Studie die besten Noten in der Chemnitzer Region. Grund dafür sind vor allem die Schulen.

CHEMNITZ - Im Freistaat lässt es sich ein Leben lang gut lernen. Das belegt der "Deutsche Lernatlas 2011", der gestern von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht wurde. Die Studie untersucht die Lernbedingungen in den rund 400 Kreisen und kreisfreien Städten der Republik. Nach Bayern und Baden-Württemberg folgt Sachsen auf Rang 3. In der Chemnitzer Region hat der Erzgebirgskreis deutlich die Nase vorn.

Allerdings geht das gute Abschneiden Sachsens in erster Linie auf die schon mehrfach als gut bewerteten schulischen Lernbedingungen zurück. In die vorliegende Studie flossen darüber hinaus jedoch auch das berufliche, soziale und persönliche Lernen ein. Beim beruflichen Lernen geht es um die Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung im Beruf. Das soziale Lernen beinhaltet soziales Engagement und politische Teilhabe. Und beim persönlichen Lernen wurden unter anderem Zahlen zu Museums- und Theaterbesuchen sowie zum Leseverhalten untersucht.

In diesen drei Kategorien fallen die Ergebnisse für den Freistaat deutlich schlechter aus. Vor allem beim sozialen und persönlichen Lernen schneiden fast alle sächsischen Regionen unterdurchschnittlich ab. Ausnahme sind die Großstädte. Dresden erzielt auch in diesen drei Kategorien hervorragende Ergebnisse, erzielt insgesamt Platz zwei in Deutschland hinter München. Chemnitz ist beim beruflichen und sozialen Lernen gut, fällt beim persönlichen jedoch ab. Dort wiederum glänzt Leipzig, das seinerseits mit dem sozialen Lernen ein Problem hat. Im deutschlandweiten Vergleich erzielen die drei kreisfreien Städte jedoch überdurchschnittliche Ergebnisse.

In Sachsen sind damit die Lernbedingungen deutlich ausgeglichener als andernorts und der Unterschied zwischen Stadt und Land ist weniger groß. Deutschlandweit kamen die ländlichen Regionen in der Regel auf bessere Noten als die Städte.

Herausgearbeitet hat die Studie zudem, dass es in Deutschland bei der Bildung ein deutliches Nord-Süd-Gefälle gibt. Selbst die schlechtesten Landkreise im Süden wurden noch besser bewertet als die besten im Norden. Den besten Gesamtwert erzielt der Landkreis Main-Spessart, den schlechtesten die Stadt Wismar. (slo)

 

» Internet: www.deutscher-lernatlas.de

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 22.11.2011