Perspektiven in der Heimat

Projekt der Feuerwehren soll bei Ausbildungsplatzsuche helfen

Feuerwehren verlieren ihren Nachwuchs oft, weil der außerhalb der Region eine Lehrstelle oder einen Job findet. Ein Projekt  im Ausbildungs-, Schulungs- und Trainingszentrum des Feuerwehrtechnischen Zentrums in Pfaffenhain soll helfen, ihn hier zu halten.

 

Pfaffenhain. Florian Albert hat es geschafft: Der 16-Jährige hat einen Ausbildungsvertrag mit der Stadtverwaltung Zwönitz in der Tasche. Damit bleibt er in der Region - und der Zwönitzer Feuerwehr erhalten. Weil das aber nicht immer so gut funktioniert, führt das Referat Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz des Erzgebirgskreises derzeit eine Ausbildungswoche für Mitglieder von Jugendwehren durch, die noch auf der Suche nach einer Ausbildung sind. Das Ziel, so Referatsleiter Christoph Stahl: Ihnen sollen Perspektiven in der Region aufgezeigt werden.

Konkret sieht das so aus, dass die jungen Leute an verschiedene Berufsfelder herangeführt werden und dafür in den Lehrwerkstätten der Anerkannten Schulgesellschaft Sachsen (ASG) in Chemnitz und Annaberg unter anderem Einblicke in Holzbearbeitung, Garten- und Landschaftsbau sowie Farb- oder Metalltechnik bekommen. Morgen steht zudem unter anderem ein Besuch bei Abus in Pfaffenhain auf dem Programm.

 

Dass das Anliegen den Jugendlichen entgegenkommt, bestätigten gestern Benjamin Otto aus Grünhainichen und Kristian Nitschke aus Olbernhau: Beide bekräftigen, unbedingt in ihrer Wehr aktiv bleiben zu wollen. Garten- und Landschaftsbau beziehungsweise Farbtechnik - beides haben sie bisher testen können - treffe aber noch nicht ihre Berufsvorstellungen, erklären sie. Einen Schritt weiter ist Thomas Gleichmann. Das 17-jährige Mitglied der Feuerwehr in Raschau-Markersbach möchte gern Berufskraftfahrer werden und ebenfalls "definitiv in der Region bleiben". Dank der Vermittlung von Christoph Stahl hat er nun einen Gesprächstermin beim Regionalverkehr Erzgebirge.

 

Untergebracht sind die insgesamt 50 jungen Kameraden, unter ihnen auch zwölf tschechische Jugendliche, im Ausbildungs-, Schulungs- und Trainingszentrum des Feuerwehrtechnischen Zentrums (FTZ) im Jahnsdorfer Ortsteil Pfaffenhain. "Hier haben wir ideale Bedingungen für ein so geartetes Projekt", erklärt Referatsleiter Stahl. Das empfindet auch Florian Albert so. Man habe dort die Chance, die Übungselemente und die komplette Anlage mal richtig in Augenschein zu nehmen, sagt er. Am Samstag erwartet die Jugendlichen zudem eine Schauvorführung des Katastrophenschutzzuges.

 

Quelle: Freie Presse am 13.07.2017, Viola Grund