Online-Zuwachs und Trend zum Hochwertigen trotz Umsatzeinbruch im Fachhandel

Symbolbild

Umfrage-Ergebnisse zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Erzgebirgische Kunsthandwerk unter Herstellern und Fachhändlern 

Nach Abschluss des Jahres 2020 und damit auch der letztjährigen Weihnachtssaison führte der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. eine Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Erzgebirgische Kunsthandwerk durch. Daran nahmen 31 Verbandsmitglieder und weitere 68 Fachhandelsgeschäfte teil. Rund zwei Drittel aller Befragten gaben dabei an, dass sich die Folgen der Pandemie negativ auf ihren Geschäftsbetrieb ausgewirkt haben. Der Umsatz ging im Vorjahresvergleich um durchschnittlich 14 % bei den herstellenden Betrieben und um 25% im stationären Einzelhandel zurück. Dabei sind starke Unterschiede unter den befragten Unternehmen festzustellen. Der Umsatzrückgang bei den Herstellern reicht von 0 % bis 40 %, bei den Fachhändlern von 0 % bis über 80 %. Besonders problematisch für den Fachhandel war die Schließung aller Geschäfte mitten in der Hauptsaison. Die Reisebeschränkungen, besonders im Erzgebirge, aber auch der ausgebliebene internationale Tourismus führten zu einem verminderten Absatz bei den Fachhändlern. Die Hersteller hatten in ihren Manufakturen auch mit Quarantäneregeln und dem Wegfall von Arbeitskräften aufgrund fehlender Kinderbetreuung zu kämpfen. Sowohl die Beantragung von Wirtschaftshilfen, Kurzarbeitergeld oder Quarantäneausgleichzahlungen als auch die Kommunikation mit Behörden wie dem Gesundheitsamt oder der Landesdirektion sorgten für einen wesentlich höheren bürokratischen Aufwand. 

Der einzige ständig funktionierende Vertriebsweg war der Onlinehandel, welcher bei mehr als 50 % der Befragten gestiegen ist. Für einzelne Fachhändler führte dies sogar zu einem Zuwachs des Gesamtumsatzes von bis zu 25 %. Ein wesentlicher Umsatzausfall, vor allem bei mehreren Herstellern, ging zudem von den fehlenden Weihnachtsmärkten aus. Die hier nicht generierten Umsätze zeigten sich besonders in fehlenden Spontankäufen, welche auch nicht vom Onlinehandel aufgefangen werden konnten. Dies gilt ebenso für den Umsatzausfall, welcher insbesondere in den Innenstädten durch die fehlenden Touristen aus dem In- und Ausland zu begründen war.

Erkennbar war aber auch, dass unsere Erzeugnisse insgesamt stark nachgefragt wurden – in Zeiten und Orten, wo dies möglich war, und allen Umsatzrückgängen zum Trotz. Einige Fachhändler konnten ihre Umsätze bis zu den angeordneten Schließungen sogar verbessern. „Die Menschen wollten sich gerade in dieser schwierigen Zeit ein Stück Heimat und was fürs Herz ins Haus holen“, sagt Verbandsgeschäftsführer Frederic Günther. Der Trend ging dabei besonders zu mittel- bis hochpreisigen Artikeln. Die Käufer legten verstärkt Wert auf die Herkunft, die Echtheit und die damit verbundene Qualität der original erzgebirgischen Holzkunst®.

Über den Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.

Der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. vertritt rund 60 Hersteller Erzgebirgischer Holzkunst® vom kleinen Familienbetrieb bis hin zum mittelständischen Unternehmen mit etwa 200 Beschäftigten. Zu den Mitgliedern gehört auch die Genossenschaft Dregeno Seiffen eG, in der sich etwa 130 Handwerksfirmen zusammengeschlossen haben. Gegründet wurde der Verband 1990 von Herstellern Erzgebirgischer Holzkunst als freiwillige Dachorganisation. 

Der Verband fördert die mit Warenzeichen garantierte Erzgebirgische Holzkunst und seine Hersteller. Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört die Imagewerbung, die seit 1992 unter der Dachmarke „Echt Erzgebirge – Holzkunst mit Herz“ durchgeführt wird. Darüber hinaus unterstützt der Verband seine Mitglieder bei Messen im In- und Ausland, bei der Berufsausbildung zum Holzspielzeugmacher sowie auf rechtlichem Gebiet, z.B. im Kampf gegen Plagiate. Bestandteil des Verbandes ist der Fachhandelsring Erzgebirgische Volkskunst, dem deutschlandweit ca. 100 Fachgeschäfte angehören. Zur Förderung der Traditionspflege und zur kreativen Weiterentwicklung der erzgebirgischen Holzkunst vergibt der Verband seit 1995 jährlich den Designpreis „Tradition und Form“.