Olbernhauer Firma entwickelt eigene Brennstoffzelle

Der Firmensitz der WätaS-Gruppe in Olbernhau.
Der Firmensitz der WätaS-Gruppe in Olbernhau.

Ein "kleines Blockheizkraftwerk" nennt Wätas-Geschäftsführer Torsten Enders seine neueste Errungenschaft. Das Olbernhauer Unternehmen hat eine Brennstoffzelle mit einer elektrischen Leistung von einer Kilowattstunde entwickelt. Solche Zellen erzeugen Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff und werden schon länger als effizientes Mittel zur Energieversorgung gepriesen. Etabliert hat sich diese Technik bisher aber noch nicht.

 

Wätas hat nun ein Modell hergestellt und möchte ein wichtiges Bauteil für die Zelle - eine sogenannte Bipolarplatte - in Serie produzieren. Diese dient als Wärmeregulierer in der Brennstoffzelle. Auf der Hannover-Industriemesse Ende April hat das Unternehmen Brennstoffzelle und Bipolarplatte vorgestellt - entwickelt im Rahmen eines Förderprojekts zusammen mit der Chemnitzer Universität. Bisher ist das Unternehmen laut Eigenaussage in der Lage, bis zu 10.000 Bipolarplatten zu fertigen. Die Bedingungen seien am jetzigen Standort aber nicht optimal; für die Serienfertigung seien deutlich größere Stückzahlen nötig.

 

Um das möglich zu machen, hat Enders schon die Weichen gestellt. Sein Unternehmen kaufte im März den Werkzeugbauer Wema aus Olbernhau.

 

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Die Maschinen und Anlagen für den Werkzeugbau werden demnach an ein anderes Unternehmen verkauft; neue Anlagen wie Stanz- und Lasermaschinen sollen angeschafft werden, um dort primär Bipolarplatten herzustellen, mit denen Brennstoffzellen ausgestattet werden. "Diese können zur dezentralen Versorgung eingesetzt werden", erklärt Enders - für Aufsteller an Autobahnen etwa oder motorbetriebene Hausgeräte. Mit größeren Zellen können demnach auch Einfamilienhäuser geheizt werden. Vieles sei denkbar, ein konkretes Projekt hat der Wätas-Geschäftsführer auch schon im Blick, will aber noch nicht verraten, worum es geht. Immerhin soviel: Im kommenden Jahr soll die Serienfertigung der Platten starten.

 

 

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Quelle: Freie Presse vom 15.05.2018, ​Sven Wagner