Honig für die Lunge

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Foto APIPRO Natura / © APIPRO Natura

Bienenstockluft soll bei Atemwegserkrankungen helfen. Mit einer Erfindung aus dem Erzgebirge lässt sie sich einatmen.
 

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Jürgen Schmiedgen aus Crottendorf im Erzgebirge hat das Gerät erfunden, ursprünglich um seinem asthmakranken Enkel zu helfen. Vier Jahre hat er daran getüfftelt, 2018 eine klinische Studie damit durchgeführt. Nun ist es als Medizinprodukt unter dem Namen Beecura auf dem Markt. Schmiedgen ist seit über 50 Jahren Imker, genau wie sein Vater und Urgroßvater. Das Wissen um die besondere Heilkraft von Bienenprodukten wird in der Familie seit Generationen weitergereicht: Bei Platzwunden gibt es Honigpflaster. Die betagte Mutter bekommt selbstgemachte Pralinen mit Gelee-Royal-Füllung gegen die Demenz. "Die Bienen bringen neben dem Nektar auch andere Wirkstoffe wie ätherische Öle, Flavonide, Pollen, Wachs und Propolis in den Stock ein", erklärt er. Durch Wärme und die Ventilation mit ihren Flügeln geben sie vermutlich Bruchteile der heilsamen Wirkstoffe an die Luft im Stock ab. "Mein Enkel kann wieder viel tiefer einatmen, seine Sauerstoffsättigung im Blut ist besser. Ihm hilft das sehr, auch wenn die Wirkweise wissenschaftlich nicht bewiesen ist", so Schmiedgen.

An diesem Nachweis arbeiten derzeit Wissenschaftler der TU Dresden unter Leitung von Professor Karl Speer von der Fakultät für Chemie und Lebensmittelchemie. Sie erforschen, welche Stoffe sich in der Bienenstockluft befinden und welche Auswirkungen zum Beispiel Tageszeit, Außentemperatur und Nahrungsangebot auf die Qualität und Zusammensetzung der Luft haben. "Was wir jetzt schon sagen können, ist, dass flüchtige Bestandteile von Honig und Propolis enthalten sind", sagt Speer.

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Quelle: Freie Presse vom 25.09.2019, Susanne Plecher