Continental bereit für nächste Generation von Einspritzdüsen

Die fertigen Pläne für die neueste Generation von Injektoren für Diesel-Einspritzsysteme liegen bei dem Automobilzulieferer schon in der Schublade. 2014 soll die Produktion in Limbach-Oberfrohna starten.

VON CHRISTOPH ULRICH

LIMBACH-OBERFROHNA - Die nächste Generation von Einspritzdüsen mit Piezo-Technik (siehe Kasten) für Dieselmotoren wird den Kraftstoffverbrauch voraussichtlich um drei Prozent reduzieren. "Wir sehen für die nahe und ferne Zukunft große Potenziale für diese Technologien, deren Produktion in Limbach-Oberfrohna und Stollberg starten wird", sagte Gunnar Lowack, Leiter der Produktlinie Injektor beim Autozulieferer Continental. Dies würde dem sächsischen Standort eine langfristige Perspektive verschaffen. Neben einer neuen Generation der mittlerweile bewährten Injektoren mit Servoantrieb hat Continental eine neuartige Einspritzdüse mit Direktantrieb entwickelt. Während bei der bisherigen Piezo-Common-Rail-Einspritzung (PCR) die Nadel in der Einspritzdüse über eine hydraulische Übersetzung betätigt wurde, kann beim neuen Konzept die Nadel direkt durch den sogenannten Piezo-Aktuator gesteuert werden. Dadurch kann die Einspritzung noch genauer kontrolliert und der Kraftstoffverbrauch weiter reduziert werden. Voraussichtlich 2014 sollen die neuen Systeme in die Serienproduktion gehen. Sie sind Voraussetzung dafür, dass die künftigen Dieselmotoren die neuen Euronormen Euro 6 und später auch Euro 7 erfüllen können. Doch das ist Zukunftsmusik. Gestern wurde der Siegeszug der Piezo-Einspritzdüsen bei Continental erst einmal gefeiert. 50 Millionen Injektoren haben die Betriebe in Limbach-Oberfrohna und Stollberg inzwischen produziert. Allein im vergangenen Jahr waren es zehn Millionen. "Wir sind stolz, dass wir die Technologieführerschaft in diesem Bereich für uns in Anspruch nehmen können", sagte der Leiter des Standortes, Joachim Zirbs. Mit dem Piezo-Produkt habe sich das Werk zu einem der größten Arbeitgeber der Region entwickelt. Continental beschäftigt in den beiden Betriebsstätten insgesamt 1753 Mitarbeiter, davon knapp 400 in Stollberg. Zudem gibt es 70 Auszubildende.

In den vergangenen Jahren hat der Automobilzulieferer mehr als 500 Millionen Euro in den Ausbau der Injektoren-Fertigung investiert. Jetzt sollen auch noch Investitionen in die Forschung und Entwicklung fließen. Continental baut in Limbach-Oberfrohna ein Technologiezentrum, in dem Produktionsmittel für die Fertigung von Einspritzdüsen entwickelt werden sollen. Die Genehmigungsverfahren sind weitgehend abgeschlossen. Der Bau soll in Kürze beginnen. Spätestens Anfang nächsten Jahres sollen voraussichtlich 15 bis 20 Ingenieure mit ihrer Entwicklungstätigkeit beginnen, sagte Lowack. Dafür bekam Continental auch Lob vom Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU). Damit wird die Wertschöpfung an diesem Standort erhöht. Das ist wichtig für die Schlüsselbranche der Automobilzulieferer", sagte Tillich, der zum Produktionsjubiläum eine Festrede hielt.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 02.12.2012