Alter Stolln soll Weltkulturerbe werden
VON FRANZISKA PESTER
LICHTENAU - Eine Beteiligung am Weltkulturerbe-Projekt ist für die Traditionen des Bergbaus in Lichtenau eine besondere Wertschätzung. Diese Ansicht vertraten die Mitglieder des Lichtenauer Gemeinderates bei ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich. Das Gremium entschied daher, Verhandlungen über die Aufnahme des Besucherbergwerks "Wismut-stolln" im Ortsteil Biensdorf in die Liste der Städte und Gemeinden aufzunehmen, die sich als "Montanregion Erzgebirge " um den Titel Unesco-Weltkulturerbe bewerben.
"Ich habe Bedenken, dass dann nur noch Instandhaltungsmaßnahmen möglich sind."
Lutz Mitka Vereinschef
"Eine Beteiligung Lichtenaus an diesem Projekt kann für uns und den Erzgebirge aufgenommen zu werden", findet auch Gemeinderatsmitglied Stephan Lazarides. Sollte es zu einer Beteiligung Lichtenaus kommen, müsste die Gemeinde sich genau wie die übrigen Mitstreiter finanziell an den Vorbereitungen der Bewerbung um den Unesco-Titel beteiligen. "Nach ersten Schätzungen würde uns das 2870 Euro kosten. Das ist kein hoher Betrag und ich denke, die Wertschätzung, die unser Besucherbergwerk durch den Titel erfahren würde, ist dies allemal wert", so Eidam.
Lutz Mitka, der Vorsitzende des Vereins "Hülfe des Herrn", der den Stollen seit 1990 erforscht und als Besucherbergwerk unterhält, ist jedoch gegen eine Beteiligung am Weltkulturerbe-Projekt. Sollte die Montanregion Erzgebirge gehört sondern geografisch gesehen das Erzgebirgsvorland ist", erläutert er.
Die Entscheidung des Gemeinderates, sich am Welterbeprojekt zu beteiligen, werde er aber akzeptieren und mittragen. "Ich werde mich da nicht quer stellen, hoffe aber, dass die Gemeinde den Verein weiterhin in seiner forschenden Tätigkeit unterstützt", so Mitka.
Im Jahr 1949 hatte das sowjetisch-deutsche Bergbauunternehmen Wismut den Stollen in Biensdorf aufgefahren, um zu prüfen, ob in der Region Uranerze abgebaut werden können. Die rund zweijährige Suche verlief jedoch erfolglos, sodass der Stollen 1951 durch eine Sprengung wieder verschlossen wurde. Quelle: Freie Presse, Ausgabe Stollberger Zeitung, 23.11.2011