Zeit zu(m) Spielen

28.05.2019

„Zeit zu(m) Spielen“ - das Motto des diesjährigen Weltspieltages für familiäre Gemeinsamkeit am 28. Mai ist wie gemacht für die Region Erzgebirge.

Sie ist in aller Welt bekannt für die traditionelle Holzspielzeugherstellung und lockt mit ihrer Ausbildungan der einzigen Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Deutschlands in Seiffen sogar Schüler aus Japan an. Aber erzgebirgische Unternehmen füllen noch weitaus mehr Regale in Spielzeugläden mit Spielideen für die ganze Familie. Nicht nur Spielware aus Holz, sondern auch Brettspiele und Spielzeuge aus Kunststoff kommen aus den Kreativstuben der Unternehmen.

Katze Minka, Pudel Flocky und Trabi-Kult

reifra Kunststofftechnik GmbH bringt Farbe ins Kinderzimmer

Den ersten Trabant dürfen Kinder fahren, sobald sie sitzen können. Auch für die bunten Lkw´s brauchen die Kids keinen Führerschein. Dafür sorgt die reifra Kunststofftechnik GmbH aus Annaberg-Buchholz. Der klassische Verarbeiter thermoplastischer Kunststoffe blickt auf eine lange Tradition zurück. 1880 wurde das Unternehmen als Gravieranstalt für Pappprägungen gegründet. Seit 1954 in der Kunststoffbranche zuhause, legt die fünfte Generation des Familienbetriebes heute mit ihrem 20-köpfigen Mitarbeiterstamm bekannte und beliebte Spielwaren neu auf – ist aber auch nach wie vor Produzent technischer Sortimente im Spritzgussverfahren nach individuellen Kundenwünschen. Produziert wird für unterschiedlichste Branchen, unter anderem Teile für Fahrzeuge und technische Geräte.

Es ist uns eine Herzensangelegenheit, das bekannte und beliebte Spielzeug von früher neu aufzulegen, weil wir als Kinder selbst damit aufgewachsen sind.

sagt Norman Franz, Geschäftsführer der reifra Kunststofftechnik GmbH. Und tatsächlich: viele der Spielwaren wie die gelbe Katze Minka und den Pudel Flocky kennen Eltern und Großeltern noch aus eigener Kindheit. Aufgrund ihrer Zeitlosigkeit haben sie nichts an Spielspaß verloren. Früher wie heute bereiten kleine Puppeneltern ein Kaffeetrinken zu, spielen kleine Handwerksmeister mit dem Werkzeugset und werden aus Bausteinen Riesentürme gebaut. Auch verschiedene Flugzeugmodellbaukästen, die immer noch mit den originalen Formen von früher hergestellt werden, sind Bestandteile des umfangreichen Sortiments. Diese und all die anderen kunterbunten Spielzeuge gibt es auch im Online-Shop des Unternehmens und im Werksverkauf.

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Jüngste Tante-Emma-Ladenbesitzer und Barfuss-Geher im Blick

Firma Erzi setzt auf Vielseitigkeit des Werkstoffes Holz

Im Kaufmannsladen von Erzi gibt es nichts, was es nicht gibt: von Brot, Wurst, Käse, Obst und Gemüse über Eier, Waschmittel bis hin zu Eis- und Süßwaren von namhaften Firmen. Allerdings alles in Miniatur samt kompletter Kaufladenausstattung und Barbecue-Station. Hinter der Marke Erzi steckt das Unternehmern Erzi Qualitätsprodukte aus Holz GmbH.

Kinder können ihre Fantasie leicht auf die reale Welt übertragen – eine Fähigkeit, die wir als Erwachsene längst verlernt haben

, erklärt Geschäftsführerin Nadja Weinzirl-Stumm. Deshalb hat das ca. 50 Mann starke Erzi-Team bei der Gestaltung jedes Produktes die kindliche Entwicklung mit all ihren Facetten im Blick. Der Werkstoff der ersten Wahl ist Holz – typisch erzgebirgische Handwerkskunst und doch ganz anders. Wer im Katalog blättert, sieht: Lernen macht Spaß mit Materialien für Geometrie, Motorikschleifen, Bausteinen und Balancespielen, die sogar den ganzen Körper fördern. Komplette Sportssysteme wie Barfuss-Parcours und Bewegungs- und Kletterwelten verlassen das Unternehmen in Grünhainichen. Selbst im Therapie- und Fitnessbereich, auch für Erwachsene, bietet der Holzproduzent multifunktionale Lösungen an. In Europa, aber auch in Australien, Japan, USA und Chile spielen kleine und große Kinder mit den Produkten des Familienunternehmens, das auf 28 Jahre Erfahrung blickt.

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Spielmännlein mit spitzem Hut verbindet Generationen

Spielwarenhändler gründet Traditionsfirma neu

Kleine, bunte Männlein mit spitzem Hut – sie waren das Markenzeichen vieler Brettspiele in den 70er und 80er Jahren. Die Männlein sammelten Pilze, Blumen und hüpften durchs Märchenland. Für fast drei Jahrzehnte von den Warentischen verschwunden, hat sie ein Annaberg-Buchholzer im Jahr 2016 wieder zum Leben erweckt: Ralf Viehweg. Seit mehr als drei Jahrzehnten verkauft der Spielwarenhändler in Annaberg-Buchholz und Chemnitz all die Dinge, die Kinderherzen höherschlagen lassen. Er hat die SPIKA GmbH als zweites Standbein gegründet, um beliebte Kinder- und Familienspiele aus DDR-Zeiten in limitierten Sonderauflagen neu herauszugeben. Mit dem Namen SPIKA – kurz für Spielewerk Karl-Marx-Stadt – knüpft das Unternehmen dabei an die Tradition der Spieleherstellung in der Region an. Auch wenn die Geschichte von SPIKA 1964 im heutigen Chemnitz beginnt, wird sie seit 1976 im Erzgebirge fortgeschrieben als SPIKA Teil des 1972 in Annaberg-Buchholz gegründeten Kombinats Plasticart wird. Ralf Viehweg setzt nun diese Tradition fort:

Alle unsere Spiele werden in Deutschland hergestellt

so Viehweg. Es sind Repliken der Originalspiele mit Spielfiguren in ihrer historischen Form, welche die Kunden zumeist an ihre Kindheit erinnern. Die ausgewählten Spiele zeichnen sich durch überschaubare, leicht verständliche Regeln aus, die schon jüngeren Kindern das Mitspielen ermöglichen und ein schnelles Losspielen garantieren. Im September 2019 soll das Sortiment wieder wachsen. Besonders stolz ist Ralf Viehweg, das wohl bekannteste DDR – Spiel in seiner Urform produzieren zu können: den „Bunten Würfel“.

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Kindern den kreativen Freiraum zum Spielen geben, ist ein Aufruf des Weltspieltages. Kreativität mit originellen Spielideen zu fördern, haben sich auch erzgebirgische Unternehmer auf die Fahnen geschrieben. Dies kommt nicht von ungefähr, setzen doch 15.500 Unternehmen mit fast 6.500 Handwerksbetrieben unterschiedlicher Branchen und Gewerke tagtäglich im Erzgebirge selbst auf Kreativität und Ideenreichtum in den eigenen Werkhallen.