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Ein Mosaik genialer Ideen

25.07.2019

Was oder wer das Abendmahl von Da Vinci mit dem Mount Everest verbindet.

Der Grand Canyon. Mekka. Das Abendmahl von Leonardo da Vinci. Das Olympiastadion in London. Der Mount Everest. All das in bestechender Gigapixel-Panoramaqualität, deren Details den Atem stocken lassen: So besteht das 320-Gigapixel-Panorama von London aus 48.640 Einzelbildern. Gedruckt hätte es eine Breite von 98 Metern und wäre 23 Meter hoch – fast so groß wie der Buckingham Palace. Möglich gemacht hat diese unglaubliche Detailtiefe ein automatisierter Aufnahmeprozess, der im Erzgebirge entwickelt wurde: von der Dr. Clauß Bild- und Datentechnik GmbH aus Zwönitz. Aktuell liegt der Weltrekord in der hochaufgelösten Panoramafotografie bei 846 Gigapixeln. Damit schaffte es das Panoramabild der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur ins Guinness- Buch der Rekorde. Auch hier sorgte ein Panoramakopf von CLAUSS dafür, dass aus Abertausenden winzigen Mosaikaufnahmen ein Gigapixel-Meisterwerk von Weltklasse entstand.

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Das Geheimnis der Panoramafotografie

Das Bild wird in winzige Mosaikstückchen zerteilt, von denen jedes einzelne in höchstmöglicher Auflösung fotografiert und anschließend von einer smarten Software zum großen Ganzen zusammengefügt wird. Aus einigen hundert bis vielen tausend Einzelbildern mit einer Auflösung von jeweils mehreren Megapixeln entstehen gigantische Gigapixel-Aufnahmen mit bestechender Detailtreue und Präzision.

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Bereits 1999 entwickelte Dr. Ulrich Clauß die erste elektronische Panoramakamera der Welt. Sie war ihrer Zeit weit voraus. Die Digitalfotografie steckte noch in den Kinderschuhen, die Fotografen wollten ihren eigenen Workflow behalten. Doch die Gedanken der Entwickler waren ins Fließen geraten, und der große Zuspruch auf den Messen gab ihnen recht. Also begannen sie, Fragen zu stellen: Wie können Anwender, die große Bildwinkel und eine hohe Auflösung brauchen, ihre Kameras und Systeme behalten und trotzdem mit der revolutionären Panoramatechnologie kombinieren, die eine ungeahnte Detailtiefe und Auflösung versprach? Und so entwickelte Dr. Clauß den ersten motorisierten, zweiachsigen Panoramakopf der Welt, mit dem eine herkömmliche Kamera sowohl verschwenkt als auch verneigt werden konnte.

Aus diesem Panoramakopf ergaben sich Möglichkeiten, die vorher undenkbar waren: Kunstwerke können in extrem hoher Auflösung digitalisiert werden. Hintergründe für Action-Blockbuster werden aus unzähligen Detailaufnahmen realer Städte zu virtuellen Fantasie-Metropolen komponiert. 360-Grad-Produktaufnahmen definieren die Werbefotografie neu. Bei der Inspektion von 250 Meter hohen Windrädern kann man die Flügel vom Boden aus in so hoher Auflösung fotografieren, dass eine winzige Abweichung von weniger als einem Millimeter deutlich erkennbar wird. Beim Pilotentraining üben angehende Piloten in virtuellen Cockpits, die aus unzähligen Detailaufnahmen zusammengesetzt sind. Bei der Spurensicherung fertigen Landeskriminalämter virtuelle Tatortkopien von Kapitalverbrechen an, in denen die gesamte Umgebung – vom Fußboden über alle Wände bis zur Decke – innerhalb weniger Minuten höchstauflösend erfasst wird, selbst bei absoluter Dunkelheit. Jedes noch so kleine Detail bleibt damit für immer erkennbar. Mithilfe der hochauflösenden Fotografie können selbst solche Spuren zerstörungsfrei sichtbar gemacht werden, die sonst gar nicht erfassbar wären – zum Beispiel von hochglänzenden Oberflächen, wie Spiegeln, CD, Scheckkarten oder Kugelschreibern.

Das weltgrößte Panoramabild mit über 846 Gigapixel Gesamtauflösung.
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„So eindrucksvoll diese und Hunderttausende weitere Anwendungsfälle auch sind“, sagt Sohn Hartmut Clauß mit erzgebirgischer Bodenständigkeit, „die Grundlage von allem ist die Technik.“ Die Technik – das sind die Präzisions-Positionierantriebe aus dem Hause CLAUSS, einzigartig auf der Welt, komplett mit elektronischer Steuerung in Zwönitz gefertigt. Die Antriebseinheit – auf den ersten Blick ein unscheinbarer schwarzer Kasten, etwas dicker als ein Smartphone – ist das Herzstück der Technologie. In ihrem Inneren verbirgt sich gute, ehrliche Mechanik: Zahnräder greifen ineinander und übertragen Kräfte mit einem sehr hohen Drehmoment und einer Winkelgenauigkeit von fünf tausendstel Grad. Smart integriert ist die intelligente Elektronik, die trotz enormer Leistungsfähigkeit nur bescheidene 10 Watt verbraucht. Und als ob all das nicht schon genial genug wäre, haben die Claußschen Erfinder noch einen daraufgesetzt und einen völlig neuartigen Motor entwickelt.

Entstanden ist ein völlig neues Motorenprinzip: ein fein positionierbarer, bürstenloser Gleichstrommotor mit integrierter Bewegungssteuerung, extremer Leistungsdichte und absoluter Rastmomentfreiheit im handlichen Format.

Hartmut Clauß

 

„Wir hatten eine Wunschliste mit Eigenschaften, die es am Motorenmarkt so noch nicht gab“, sagt Hartmut Clauß und zählt auf: „überlastfest, verschleißfrei, ökologisch, klein und kompakt bei hoher Genauigkeit, Leistungsklasse bis 100 Watt. Entstanden ist ein völlig neues Motorenprinzip: ein fein positionierbarer, bürstenloser Gleichstrommotor mit integrierter Bewegungssteuerung, extremer Leistungsdichte und absoluter Rastmomentfreiheit im handlichen Format“, erklärt Clauß, und in den Augen des bodenständigen Ingenieurs blitzt jetzt doch ein kleines Funkeln.

Wir wollen die Grenzen des technisch Machbaren immer wieder verschieben.

Hartmut Clauß

Innerhalb weniger Minuten lässt sich das Gerät mit dem System des Anwenders verbinden, die Nutzung ist intuitiv, der Preis für das voll integrierte System liegt durchaus auch für Hobbyfotografen im Bereich des Machbaren. Doch nicht nur Fotografen – vom Amateur bis zum weltberühmten Panorama-Profi – haben die Genialität des CLAUSS-Positionierantriebs erkannt. Hochschulen und Forschungslabore, Industriebetriebe und Krankenhäuser – der smarte Kompaktantrieb hat ein schier grenzenloses Einsatzpotenzial. „Wir wollen die Grenzen des technisch Machbaren immer wieder verschieben“, beschreibt Hartmut Clauß den Anspruch des Unternehmens. „Ingenieurtechnisch fundierte Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln, ist unser täglicher Ansporn.“

4,5 Minuten dauert die Aufnahme einer virtuellen Tatortkopie.
55.000 Bilder wurden für das Weltrekord-Panorama von Kuala Lumpur zusammengesetzt.
1 Gigapixel = 1.000 Megapixel.

Um die hohen Erwartungen der Kunden und vor allem an sich selbst zu erfüllen, fertigt die Firma CLAUSS alle mechanischen Bauteile selbst, ebenso wie eine Vielzahl der elektronischen Komponenten. „Wir wollen einen Großteil der Wertschöpfungs- und Qualitätskette im eigenen Haus behalten“, sagt Clauß und resümiert: „Eigentlich sind wir ein bodenständiges Industrieunternehmen für Elektronik und Zerspanung, das kleine Sondermaschinen und Antriebe fertigt und sich aktuell zum Motorenhersteller mausert.“ Was für eine bescheidene Beschreibung für ein Unternehmen, das gerade die Motorenwelt revolutioniert und dessen Produkte einen Weltrekord nach dem anderen brechen.

Text: Dr. Sylva-Michèle Sternkopf

Fotos: studio2media & Dr. Clauß Bild- und Datentechnik GmbH


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Diese Gechichte erschien zuerst im Magazin „Herzland - Gedacht.Gemacht.Erzählt“. Hier kannst du das gesamte Magazin online lesen, als PDF herunterladen oder gedruckte Exemplare nach Hause bestellen.

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