Austausch zur Willkommenskultur geht weiter

Foto: Wolfgang Thieme/ TU Bergakademie Freiberg
Foto: Wolfgang Thieme/ TU Bergakademie Freiberg

2. Fachkräftetagung „Willkommen im Erzgebirge“

Annaberg-Buchholz. Am 26. Juni 2014 findet die 2. Fachkräftetagung „Willkommen im Erzgebirge“ statt. Nachdem die erste Veranstaltung im Februar ganz im Zeichen der Situationsanalyse stand, geht es in eine zweite, stärker praxisbezogene Runde. Die Ergebnisse der ersten Tagung haben gezeigt, dass die demografische Entwicklung, zu wenige Zuzüge und die weitgehende Nutzung der Potentiale am Arbeitsmarkt eine eingehende Auseinandersetzung mit der Gewinnung von Fachkräften aus dem In- und Ausland erforderlich machen. So werden im Rahmen der 2. Fachkräftetagung Best-Practice Beispiele erzgebirgischer Unternehmen vorgestellt. Welche Erfahrungen haben die Unternehmen mit zugezogenen Fachkräften gemacht? Welche Erfahrungen machen Zuwanderer in der Erzgebirgsregion?

 

Um diese Themen zu diskutieren, haben die IHK Chemnitz Region Erzgebirge, die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH und das Regionalmanagement Erzgebirge im Vorfeld Workshops mit Vertretern der Kommunen, Unternehmensvertretern und Zuwanderern durchgeführt. Die Ergebnisse werden in kurzen Impulsvorträgen im ersten Veranstaltungsteil vorgestellt. Anschließend berichten drei erzgebirgische Unternehmen aus den Branchen Textilindustrie, Elektrotechnik und Gastronomie über deren Erfahrungen bei der Gewinnung und Integration von ausländischen Fachkräften. Eine Podiumsdiskussion der Referenten schließt den ersten Veranstaltungsteil ab.

 

Mit einem Blick nach Dresden und Chemnitz werden anschließend Potentiale zur Fachkräftesicherung vorgestellt. Die Stadt Dresden hat bereits seit einiger Zeit ein Welcome Center etabliert. Kevin Hache, der über ein Jahr im Aufbaustab des Dresdener Welcome Centers tätig war, wird über seine Erfahrungen, Erfolge und Schwierigkeiten berichten. Denn das erste Ankommen und das Gefühl des Willkommenseins sind gerade für ausländische Fachkräfte bei ihrer Entscheidung, ob sie langfristig in einer Region bleiben möchten, besonders wichtig. Den zweiten Impuls setzt Dr. Christian Genz, Projektgeschäftsführer des Career Service/Transnational Career Service der TU Chemnitz. Die Hochschule verfügt allein im Bereich ausländischer Studierenden über ein Potential von 1000 Fachkräften, die für die Erzgebirgsregion gewonnen werden können, eine gelebte Willkommenskultur vorausgesetzt.

 

Die 2. Fachkräftetagung „Willkommen im Erzgebirge“ findet am 26. Juni 2014 um 14.00 Uhr im Technologieorientierten Gründer- und Dienstleistungszentrum (GDZ) in Annaberg statt. Die Anmeldung für die Veranstaltung ist auch online möglich.

 

Hintergrund der Veranstaltung: Potenziale am Arbeitsmarkt sind weitgehend ausgeschöpft

 

Die IHK-Studie zum Bedarf erzgebirgischer Unternehmen an ausländischen Fachkräften, die Ende 2013 erhoben und deren Ergebnisse im Rahmen der 1. Fachkräftetagung vorgestellt wurden, gibt für die demografische Entwicklung und dem daraus resultierenden Fachkräfteangebot Anlass zur Sorge. Weniger Schulabgänger, viel mehr Berufsaussteiger als -einsteiger, ein Negativsaldo bei Zuzügen sowie viele Auspendler sind Belege, die deutlich machen, wohin die Entwicklung der Region geht. So stehen dem zunehmenden Anstieg von Renteneintritten 50% weniger Schulabsolventen im Vergleich zum Jahr 2001 gegenüber.

Potenziale des Arbeitsmarktes, zum Beispiel in der Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern oder in der Beschäftigung von Frauen, sind im Erzgebirge besser ausgeschöpft als anderswo. Doch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Erzgebirge wird sich in Zukunft weiter erhöhen. Rein statistisch entsteht in der arbeitsfähigen Bevölkerung in den nächsten 10 Jahren ein Bedarf von etwa 50.000 Beschäftigten. Neben Maßnahmen in der Berufs- und Studienorientierung, liegt eine Reserve zur kurzfristigen Sicherung des Fachkräftebedarfs in Nahpendlern und Rückkehrern. Doch zur Deckung des zukünftigen Fachkräftebedarfs sind vor allem Fachkräfte aus dem In- und Ausland erforderlich, die bisher noch keinen Bezug zum Erzgebirge haben.

 

Aus diesem Grund ist die Diskussion und der Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen, Kommunen und Zuwanderern essentiell, um gemeinsam zu überlegen, welche Maßnahmen notwendig und umsetzbar sind, um ausländische Fachkräfte langfristig für die Erzgebirgsregion zu gewinnen. Die Ergebnisse der Workshops, Best-Practice Beispiele erzgebirgischer Unternehmen und der Blick auf bestehende Strukturen sollen Erkenntnisse für die Ansprache, das Ankommen und die Integration von ausländischen Fachkräften liefern.

 

Ansprechpartner IHK Chemnitz Region Erzgebirge:

Almut Beck

Geschäftsführerin

Telefon: 03733 / 1304 4111

beck@chemnitz.ihk.de

www.chemnitz.ihk24.de

 

Ansprechpartner Regionalmanagement Erzgebirge:

Dr. Peggy Kreller

Projektmanagerin

Telefon: 03733 / 145 146

kreller@wirtschaft-im-erzgebirge.de

www.wirtschaft-im-erzgebirge.de