Zum Geburtstag gibt's eine Maschinenfabrik

Marienberger Auhagen GmbH feiert 125-jähriges Bestehen mit zwei Tagen der offenen Tür - Firma erwartet Gäste aus ganz Deutschland

Von Martina Brandenburg

Marienberg. Mit ihrer diesjährigen Neuentwicklung dürfte die Marienberger Auhagen GmbH wieder viele Modellbahn-Fans glücklich machen. Zum 125. Geburtstag der Firma werden erstmals Gebäude im Baukastensystem angeboten. Die für die Größe H0 entstandene Spezialmaschinenfabrik August Hagen AG - ab Ende Oktober als Grundmodell erhältlich - kann mit mehreren Einzelobjekten wie einem zweistöckigen Produktions- und einem Verwaltungsgebäude sowie einer Werkhalle ergänzt werden - genau so groß, wie der Bastler das wünscht.

Ausnahmsweise auf acht statt wie üblich auf sechs Seiten sind das neue Schmuckstück sowie weiteres Zubehör wie Weichenlaternen- und Peitschenlampenattrappen sowie Seilzughalter schon auf der Spielwarenmesse in Nürnberg und der Intermodellbau in Dortmund präsentiert worden - mit Erfolg. Fachhändler haben bereits knapp 1000 Stück geordert. "Wenn die Bausätze erstmal in den Regalen stehen, gibt es meistens noch einmal einen Schub", lautet die Erfahrung von Ute Hofmann-Auhagen, Geschäftsführerin in vierter Familiengeneration.

"Modelleisenbahner haben uns immer wieder gebeten: Macht doch mal eine schöne Fabrik", blickt Ute Hofmann-Auhagen auf die mit zwei Jahren recht lange Entwicklungszeit zurück. Erst nach langer Suche nach einem geeigneten Objekt wurden die Tüftler beim Waggonbau Görlitz fündig. Jeder Zentimeter der Original-Gebäude wurde vermessen, jede Ziegelreihe gezählt. Nun hoffen die 33Auhagen-Mitarbeiter, dass auch der Spezialmaschinenfabrik ein langes und erfolgreiches Produktionsleben beschieden ist - so wie dem seit 30 Jahren verkauften Bauernhof und den Häusern der Schmidt-Straße.

Publikumsmessen wie die Modell-Hobby-Spiel Anfang Oktober in Leipzig und die Internationale Modellbahnausstellung in Köln Mitte November sind für das kleine Marienberger Unternehmen noch einmal wichtige Termine in diesem Jahr. Dort verkauft Auhagen auch selbst ein Stück vom Sortiment, in diesem Jahr auch die Bahnhöfe Wittenburg und Neustadt in TT sowie den Güterschuppen der Spurweite N - alles ebenfalls Neuentwicklungen. Seit rund zweieinhalb Jahren wachse das Interesse am kreativen Basteln wieder, hat die Geschäftsführerin mit Freude festgestellt: "Oft kommt die ganze Familie auf die Messe." Deshalb sei das Unternehmen optimistisch, den im Vorjahr erzielten Umsatz von knapp 2,5 Millionen Euro auch 2010 zu erreichen. Anfang Oktober soll die neue, 300 Quadratmeter große Produktionshalle eingeweiht werden, mit der unter anderem die Kapazitäten im Spritzgussbereich erweitert werden sollen.

Doch am kommenden Wochenende wird erst einmal gefeiert. Jeweils von 10 bis 18 Uhr öffnet die Auhagen GmbH im Marienberger Hüttengrund für die aus der ganzen Bundesrepublik anreisenden Fans am Samstag und Sonntag ihre Türen. Bei laufender Produktion sind Einblicke in die Herstellung von Bausätzen und Kartonagen möglich. Neben den Modellbahnen werden auch Modellstraßenfahrzeuge und deren Gestaltung per Airbrush-Technik sowie die Vorzüge der Modellbahn-Digitalsteuerung präsentiert. Erwartet wird unter anderem Hagen von Ortloff, Moderator der Fernsehserie "Eisenbahn-Romantik", der Interessenten Rede und Antwort stehen wird. Der Clou: Die Erzgebirgsbahn, die zwischen Pockau und Marienberg stündlich fahren wird, macht an beiden Tagen an der Sonderhaltestelle "Auhagen-Brücke" Halt.

Am gleichen Wochenende wird in der Stadt Marienberg der neu gestaltete Marktplatz mit dem Holzmarkt und einem Kinderfest offiziell eingeweiht. Am Samstag erfährt zudem das historische Marienberger Dreieck, das Traditionstreffen historischer Motorräder mit Rundfahrt, eine Neuauflage. "Unser Jubiläum am gleichen Wochenende mit den Marienberger Veranstaltungen anzubieten, war eine bewusste Entscheidung", legt Ute Hofmann-Auhagen dar. "Wir wollen den Besuchern - allein bei uns erwarten wir zwischen 5000 und 7000 Interessenten - ein abwechslungsreiches Angebot unterbreiten."

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Marienberger Zeitung, 28.08.2010