Zukunft der Bahn - SRCC-Netzwerktreffen

Chancen für regionalen Mittelstand erörtert
 

Mit einem Netzwerktreffen, an dem über 90 Partner des Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) am 4. März 2020 in Annaberg-Buchholz teilnahmen, bot das Bahnforschungsprojekt im Erzgebirge eine weitere Plattform zum Wissenstransfer für Mobilitätsexperten. Die Veranstaltung diente dem fachlichen Austausch unter den teilnehmenden Partnern sowie der Netzwerkpflege und -bindung an den SRCC. Insbesondere ging es um Chancen, die damit für den regionalen Mittelstand verbunden sind. In Projektpräsentationen wurden dabei Wege in die Zukunft der digitalen Transformation im Eisenbahnverkehr sowie Anknüpfungspunkte für Kooperationen auch für regionale Unternehmen und Partner aufgezeigt. Eröffnet wurde das Treffen durch den Oberbürgermeister der Stadt Annaberg-Buchholz, Herrn Rolf Schmidt und den Prorektor der TU Chemnitz, Professor Dr. Uwe Götze. Vor namhaften Vertretern von Forschungsinstitutionen wie der TU Chemnitz und der TU Dresden sowie Partnerunternehmen wie der DB Netz AG, SIEMENS, Thales Deutschland, Vodafone oder Nokia hielt Professor Dr.-Ing. Arnd Stephan, Inhaber der Professur für Elektrische Bahnen an der TU Dresden unter der Überschrift "Vision SRCC 2030" eine spannende Keynote zur Zukunft der Bahn. Zudem präsentierten Dr. Bernd Elsweiler, Leiter digitale Leit- und Sicherungstechnik bei der DB Netz AG und Matthias Weißflog vom Ingenieurbüro Weißflog, Königswalde weitere Forschungsansätze.

"Forschung wird in der digitalen Transformation auch des Schienenverkehrs eine immer wesentlichere Rolle einnehmen," so Sören Claus, Technischer Leiter des Smart Rail Connectivity Campus in Annaberg-Buchholz."Der SRCC soll deshalb zukünftig nicht nur selbst Forschungs-, sondern auch Netzwerkplattform für bestehende und zukünftige Partnerschaften im Mobilitätssektor sein." Vordergründig gehe es auch darum, den Campus als Standortfaktor in der Region zu verankern. Regionalen Unternehmen und Instituten sollen Anknüpfungsmöglichkeiten für deren eigene Forschung- und Entwicklung geboten werden. Das eröffne auch Chancen zur Entwicklung, Bindung und Qualifizierung von Fachkräften aus der Region oder für die Region.

Am 2. März 2020 seien zudem die Beiträge für den  Architekturwettbewerb zur Entwicklung des Unteren Bahnhofs zu einem Bahnforschungszentrum in Annaberg-Buchholz eingegangen, am 11. März werde eine Jury die Arbeiten bewerten und einen Sieger ermitteln. Das seien wichtige Schritte zur Etablierung des Bahncampus, freut sich Claus.

SRCC: Europaweit einzigartiges Modellprojekt

Im Mittelpunkt des "Smart Rail Connectivity Campus", an dem rund 120 Partner beteiligt sind, steht der Aufbau eines neuen Forschungscampus in Annaberg-Buchholz. In diesem europaweit einzigartigen Modellprojekt sollen hoch automatisiertes Fahren auf Normalspurgleisen der Bahn sowie ökologisches Fahren insbesondere mit hybriden Antrieben weiter erforscht und erprobt werden. Außerdem ist geplant, innovative Mobilitätstechnologien zur Zulassung und Marktreife zu führen. Mit den angestrebten Forschungsergebnissen sollen maßgebliche Beiträge zu einem nachhaltigen Schienenverkehr geleistet werden. Hauptakteure des Projektes sind die Stadt Annaberg-Buchholz, die TU Chemnitz und die DB RegioNetz Verkehrs GmbH/ Infrastruktur GmbH Erzgebirgsbahn. Unterstützend wirken auch die beiden Chemnitzer Fraunhofer-Institute IWU und ENAS, die Wirtschaftsförderungsgesellschaften der Stadt Chemnitz und des Erzgebirges, Professuren der TU Dresden sowie viele weitere Wissenschafts- und Praxispartner mit.