"Weißes Gold" will in Dresden glänzen

Erstmals ist Freiberg Partnerstadt der Herbstmesse vom 28. bis 31. Oktober. Unter verschiedenen Unternehmen stellt sich auch die Freiberger Porzellan GmbH vor.

VON GABRIELE FLEISCHER

FREIBERG - Die Frauenkirche als Leuchter und andere dekorative Schmuckstücke - 20 bis 30 ihrer Erzeugnisse bringt die Freiberger Porzellan GmbH mit zur Dresdner Herbstmesse. Dort stellt sich Freiberg erstmals als Partnerstadt vor. 290 Quadratmeter groß ist die Fläche in den Messehallen im Ostragehege, auf der sich die Gastgeberstadt des 21. Tages der Sachsen 2012 vorab präsentiert. Neben Vertretern der Freiberger Brauerei, der TU Bergakademie und der Zinngießerei Holger Küchenmeister aus Niederschöna wird auch Hans-Jürgen Hanisch Vertriebsleiter im Porzellanwerk, einen Tag vor der Messe das Unternehmen und eine Produktauswahl ins rechte Licht rücken. Ausgewählte Erzeugnisse aus "weißem Gold" werden jetzt für den Transport vorbereitet.

2000 Produkte nach Wunsch

20 Mitarbeiter bemühen sich im Unternehmen an der Zuger Straße darum, Wünsche zu erfüllen. 1500 bis 2500 Kunden halten mit den Freibergern Kontakt.

Ein großes Sortiment an Leuchtern, aber auch Vasen sowie Speise- und Kaffeeservices gehören zum Angebot, an die 2000 unterschiedliche Produkte. Bei Schmuckgegenständen für das Wohnzimmer gehe der Trend dabei zu unglasierten Gegenständen. "Das Licht kommt vor allem bei Leuchtern so besser zur Geltung", betont Hanisch. Bei Vasen dagegen setze sich mehr das Glasierte und Dekorierte durch. Der ungewöhnlichste Auftrag? "Wir haben mal Geschirr mit einem Familienwappen nach Berlin geliefert", sagt Hanisch. Auch ein Brillengestell aus Porzellan für eine Geschäftseröffnung gehörte dazu. Die Rohmasse für das Porzellan, bestehend aus Kaolin, Quarz und Feldspat, wird von Oberfranken aus nach Freiberg geliefert, fünf Tonnen in zwei Monaten. Für die Vorbereitung der entsprechenden Formen wird Gipsmasse verwendet. Eine Arbeit auch für den angehenden Industriekeramiker Marcus Heutehaus. Der 18-Jährige, der schon als Schüler gern getöpfert hat, freut sich schon darauf, nach der Lehre auch eigene kreative Ideen umsetzen zu können. Denn von der Idee bis zur Realisierung begleitet das kleine Team den gesamten Prozess.

Sind die Formen mit der Porzellanmasse gefüllt, werden sie in mehreren Stufen gebrannt. Selbst wenn die Freiberger zum Dekorieren überwiegend Schiebebilder verwenden, eine Porzellanmalerin setzt auch filigrane Wünsche um. Die Mannschaft um Hans-Jürgen Hanisch pflegt die 100-jährige Porzellan-Tradition in Freiberg. Zwischenzeitlich nach Brand-Erbisdorf "ausgewandert", kommt das Freiberger Porzellan seit 2000 wieder aus der Stadt, von der es seinen Namen hat. Seitdem gibt es das Unternehmen in seiner jetzigen Form.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Freiberger Zeitung, 15.10.2011