"Weißes Gold im Erzgebirge?": Buchpräsentation in der Nickelhütte Aue

Dieses Jahr steht in Sachsen ganz unter dem Motto "300 Jahre Porzellan". Denn im Jahr 1710 nahm die Geschichte des europäischen Porzellans ihren Anfang. Wichtige Voraussetzungen für diese herausragende Leistung kamen aus dem Erzgebirge. Die reichen Rohstoffvorkommen in der Region waren die Grundlage des Erfolges des ersten europäischen Hartporzellans.

 

Am 15. Juni 2010 wurde erstmals das Buch "Weißes Gold im Erzgebirge?" von Eberhard Görner als Autor und Herausgeber in der Nickelhütte Aue GmbH vorgestellt. Der Ort der Buchlesung wurde passend zum Thema ausgewählt, denn die modernisierte und denkmalgerecht wiederhergestellte Kantine der Nickelhütte Aue GmbH wurde 1823 als Farbmagazin des Schnorrschen Blaufarbenwerkes erbaut und ist somit eines der ältesten Gebäudeteile des Betriebes, welcher in diesem Jahr sein 375-jähriges Jubiläum begehen konnte.

 

Das Buch "Weißes Gold im Erzgebirge?" entstand als Beitrag zum 300. Jahrestag der Erfindung des Meissener Porzellans. Unter Leitung von Prof. Eberhard Görner führen Fachleute verschiedener Disziplinen in gut lesbaren und reich illustrierten Beiträgen den Nachweis, dass diese Innovation weder auf eine Einzelleistung Johann Friedrich Böttgers, noch auf die des Freiherrn Ehrenfried Walther von Tschirnhaus zurückzuführen ist. Die Autoren belegen überzeugend, dass in der Erzgebirgsregion bereits seit dem 12. Jahrhundert technologische Erfahrungen in der Lagerstättenerkundung, dem Bergbau, der Erzschmelze, der Glasherstellung, der Holzverkohlung und diverser Brennprozesse gewonnen wurden.

 

Kurfürst Friedrich August I. (1670–1733) setzte dieses technologische Potenzial vorwiegend in Freiberg gezielt zur Entwicklung neuer Werkstoffe und Produkte ein.

Am Beispiel der Unternehmerfamilie Schnorr dem Raum Schneeberg/Aue belegen die Autoren das individuelle, ergebnisorientierte Zusammenspiel von Rohstoff und

Halbzeuglieferanten mit der staatlichen Forschungs- und Technologieförderung.

In diesem neuen Lichte erscheint die Erfindung des sächsischen Porzellans als Produkt gezielt geförderter technologischer Kreativität aus der Erzgebirgsregion.

 

Das Buch entstand auf Aktivität der Städte Aue, Schneeberg, Freiberg und dem Förderverein Montanregion. Im Rahmen der spannenden Geschichte um die Erfindung des Porzellans erfährt man in dem Buch, welches im Buchhandel erhältlich ist, mehr über die weiße Erde aus Aue, die kobaltblauen Farbe aus Schneeberg, die Hochtemperaturprozesse der Bergakademie Freiberg, die Unternehmerfamilie Schnorr von Carolsfeld und die Montanregion Erzgebirge auf dem Weg zum Unesco- Welterbe.

 

Weitere Buchlesungen sind am 24. Juli 2010 zum Kolloquium in Schneeberg, demnächst in der "Köhlerhütte" Grünhain-Beierfeld und in der Technischen Universität Dresden vorgesehen. Neben der Buchvorstellung gibt es weitere Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums "300 Jahre Manufaktur Meissen". So werden unter anderem zum Auer Stadtfest vom 16. bis 18. Juli 2010 Schauvorführungen zur Porzellanherstellung und im Auer Museum in der Zeit vom 11. September 2010 bis 14. November 2010 eine Sonderausstellung zur Thematik zu sehen sein.