Vom Kreuzfahrtriesen bis zur guten Stube: Firma macht alles schön

Stilvoller Raumausstattung hat sich die Firma Drechsler aus Thum verschrieben. Sein Können hat dem Familienbetrieb, der 125 Jahre Tradition feiert, manchen prestigeträchtigen Auftrag eingebracht. Doch der Fokus liegt mittlerweile woanders - nicht zuletzt, weil sich die Erzgebirger verändert haben.

Mitten im Erzgebirge liegt ein Stück Aida Stella. Wer die Büroräume der Firma Raumausstatter Drechsler in Thum betritt, schreitet über den Boden, über den auch die Gäste des bekannten Kreuzfahrtschiffs wandeln. Bei dem Parkett handelt es sich um Überbleibsel von einem der Aufträge für die Aida-Schiffe, an denen das Unternehmen mitgebaut hat. Eine spannende Erfahrung, wie Dirk Drechsler sagt. Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Der 48-Jährige, der Meister im Raumausstatterhandwerk ist und eine Zehn-Mann-Firma führt, setzt inzwischen andere Prioritäten. Das hat auch damit zu tun, dass sich im Erzgebirge die Bedingungen für Handwerksbetriebe geändert haben.

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Denn es sprach sich herum, dass man bei Drechslers etwas konnte. Und so kam es, dass die Thumer zum Beispiel bis heute nicht nur für die Privatbank Merck Finck und renommierte Handelsketten arbeiten, sondern auch Aufträge für Parkettböden auf mehr als einem halben Dutzend Aida-Schiffen an Land zogen. Anfangs als Lohnarbeiter, zum Schluss verantwortlich für das Herzstück des Schiffs, das Atrium. Eine Empfehlung durch andere Handwerker aus der Region brachte die Geschichte ins Rollen. Überhaupt sei auf der Aida Stella viel Erzgebirgisch gesprochen worden. Dirk Drechsler grinst: "Am Ende hat der Bauleiter mit Glück auf statt mit Moin Moin gegrüßt." Denn neben Drechsler seien viele weitere erzgebirgische Firmen am Start gewesen, wie der 48-Jährige berichtet.

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Quelle: Freie Presse vom 11.01.2019, Michael Urbach