Vom Holz zum Kunststoff

Bei Rülke in Kleinhartmannsdorf entstehen seit fünf Generationen Puppenhäuser aus Holz. Für die Zukunft setzt der Spielzeughersteller auf neue Materialien und Kunden weltweit.

 

Kleinhartmannsdorf. Moderne Kommunikationsgeräte halten auch in der hölzernen Spielzeugwelt Einzug. Die Firma Rülke aus Kleinhartmannsdorf zählt zu den Marktführern klassischer Puppenhäuser. Zum Sortiment gehören mittlerweile auch Exponate der Mikroelektronik, zum Beispiel Arbeitsecken mit PC, Küchenherde mit Ceran-Kochfeldern und Flachbild-TV statt Röhrenfernseher. "Dabei sind Kinder für uns wichtige Impulsgeber", sagt Geschäftsführer Björn Rülke. "So wunderte sich ein Knirps, dass der zur Wohnzimmereinrichtung gehörende Fernseher so ein unhandlicher Klotz sei."

 

Rülke rüstet derzeit für die internationale Spielwarenmesse in Nürnberg, die vom 31. Januar bis 4.Februar stattfindet. "Erneut werden wir zum branchengrößten Treff dabei sein." Rülke führt das 1887 gegründete Familienunternehmen in fünfter Generation.

 

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Die klassischen Spielhäuser aus Holz werden derzeit in zwölf Varianten hergestellt. "Pro Woche verarbeiten wir das angelieferte Holz eines großen Lastzuges, wir verwenden für die Puppenmöbel qualitativ hochwertiges Ahorn, die Häuser sind aus Sperrholz, welches meistens aus Skandinavien angeliefert wird."

 

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Auf der erfolgreichen Tradition der Holzspielhäuser will sich Rülke aber nicht ausruhen. "In Kooperation mit chinesischen Partnern haben wir im vergangenen Jahr eine Produktionsstrecke aufgebaut, die Kunststoffspielteile herstellt."

 

Das Projekt heißt PolyM Manufactur, ein Steckkastensystem, welches unter dem Motto "rund-bunt-sicher" vermarktet wird. Bislang habe man eine hohe sechsstellige Summe in das Vorhaben investiert, so Björn Rülke, ein weitere Betrag in dieser Größenordnung sei geplant, um nach einer Testphase weiter auszubauen.

 

Das Grundsystem umfasse 150Bausteine, die farblich kombiniert wiederum 700 verschiedene Bausteine ergeben. Also ist es der Fantasie der Kinder überlassen, welche Objekte daraus entstehen. Diese Spielsysteme bestehen durchweg aus Kunststoff. An der Kombination von Holz und Kunststoff werde derzeit gearbeitet.

 

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Quelle: Freie Presse vom 22.01.2018, Christof Heyden