Virtuelle Geschäftsidee sorgt für Sicherheit

Auszubildende von Takata-Petri in Elterlein haben ein System für Lkw und Busse entwickelt, das gegen Aquaplaning wirkt.

VON THOMAS KAUFMANN

ELTERLEIN - Dick angestrichen im Kalender haben sich sechs junge Leute, allesamt Auszubildende im Elterleiner Werk von Takata-Petri, den heutigen Freitag. Der 13. soll dabei kein Pechtag sein, denn für sie ist er Stichtag für das von ihnen betriebene Planspiel innerhalb des Bundeswettbewerbs "Jugend gründet". Im Rahmen dessen rechnet sich das Sextett, das in den Bereichen Lagerlogistik, Industriekaufmann oder Mechatronik ausgebildet wird, Chancen auf den Einzug ins Finale der zehn Besten aus.

Noch am 6. Mai lag die von ihnen gegründete "SafeTec AG" innerhalb der bundesweit mehr als 600 teilnehmenden Schulen und Firmen auf Rang 5. Auch wenn es nur ein "richtiges" Produkt gibt, welches die "Fiktiv-AG" vertreibt, hat es die Erfindung in sich. "Unsere Geschäftsidee nennt sich Aqua-Control. Dabei geht es um ein Sicherheitssystem, welches in Lkw und Bussen eingebaut wird und Aquaplaning verhindern soll", erklärt Cordula Hellmich, die gemeinsam mit Astrid Petzold, Monique Bonitz, Daniel Groschopp, Max Hunger und Michael Pürzel zum Team gehört.

Junge Leute haben freie Hand

1500 Euro - so die Vorstellung der jungen Leute - soll der Mechanismus kosten, der zunächst mithilfe von Sensoren die Fahrbahn auf Nässe prüft. Dann wird mit zwei vor den Vorderrädern angebrachten Düsen mit Druckluft das Wasser zur Seite befördert. "Da entsprechende Tanks für Druckluft, zum Beispiel für Bremsen, schon in größeren Fahrzeugen eingebaut sind, ist die Idee umsetzbar", so Ralf Weigel, der das Team als Ausbilder betreut. "Alle haben freie Hand. Sie können völlig selbstständig arbeiten", betont Evelyn Kohlmüller, Personalverantwortliche am Elterleiner Standort.

Doch wie ist Aqua-Control entstanden? "Wir haben uns mit Fahrern unterhalten, die hier vom Hof fahren. Und gegen zu viel Wasser auf der Straße gibt es noch keine richtige Lösung", sagt Hellmich. Im Oktober 2010 wurde damit begonnen, in ein, zwei regelmäßigen Treffs je Monat die Geistesblitze zu Papier zu bringen und nach einem vorgegebenen Schema einen Geschäftsplan zu entwickeln.

Platz 6 bei Zwischenfinale

Mit Erfolg: 850 von 1000 möglichen Zählern erntete der von einem Fachgremium bewertete Businessplan. Die Mitglieder der "SafeTec AG" wurden zum Zwischenfinale Nord, welches Ende März in Potsdam stattfand, geladen und konnten die Juroren aus Wirtschaft und Finanzwesen überzeugen: Platz 6.

Doch um bei der Endrunde, die vom 9. bis zum 11. Juni in Wolfsburg steigt, dabei zu sein, musste das Sextett am Computer ein Planspiel absolvieren. In der Simulation, welche auf acht Geschäftsjahre ausgelegt ist, hatten die "Jungunternehmer" auf verschiedene Ereignisse und Konjunkturschwankungen zu reagieren und wurden dafür mit Punkten bewertet. Diese fließen in die Gesamtrangliste ein.

"Spätestens Anfang nächster Woche liegen die Ergebnisse vor", erklärte gestern Antje Duppel von der "Jugend-gründet"-Zentrale. Seit 2003 wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 13.05.2011