Veilchen feiern im Februar die Herbstmeisterschaft

Der Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge hat sich in der Spitze zurück gemeldet. 3:1 besiegten die Auer den FSV Frankfurt.

VON THOMAS TREPTOW UND OLAF MORGENSTERN

AUE - Die Veilchen haben gestern den leichten Negativtrend nach zwei Niederlagen

gestoppt und dürfen sich zudem als Herbstmeister feiern lassen. Mit dem verdienten 3:1 (1:0)-Sieg im Nachholspiel gegen den FSV Frankfurt kommen die Auer zum Abschluss der Hinrunde auf 34 Punkte, womit sie die Tabelle angeführt hätten. "Die Herbstmeisterschaft spielt keine Rolle für uns. Wichtig sind die drei Punkte und dass wir wieder oben dran sind", sagte der starke Tobias Kempe.

FCE-Trainer Rico Schmitt hatte seine Mannschaft gegenüber der 0:1-Niederlage gegen Osnabrück auf mehreren Positionen verändert. Adli Lachheb rückte nach seiner Gelbsperre wieder in die Innenverteidigung, dafür musste Kapitän Tomasz Kos auf die Bank. Dort nahm zunächst auch Kevin Schlitte Platz. Für ihn spielte Fabian Müller. Auf der linken Abwehrseite kam Rene Klingbeil wieder für Thomas Birk zum Einsatz. Auch Tobias Kempe lief von Beginn an auf. Dafür blieb Sebastian Glasner draußen. Die Umstellungen wirkten sich positiv aus. Die Auer besaßen mehr Spielanteile, die sie sich mit hohem läuferischem und kämpferischem Einsatz verdienten. Die erste Möglichkeit besaß allerdings der FSV durch Jürgen Gjasula (10.), der nach dem 0:6-Debakel in Düsseldorf auf Konter setzte.

Danach waren die Gastgeber am Drücker. Bei einem strammen Fernschuss von Marc Hensel (14.) und einem Kopfball von Lachheb (14.) zeigte FSV-Keeper Patric Klandt seine Klasse. Beim 1:0 für die Auer (41.) war er jedoch machtlos. Der auffällige Jan Hochscheidt passte von der rechten Seite vor das Tor, wo Enrico Kern goldrichtig stand. Aus Nahdistanz bugsierte der Stürmer, der sich auch insgesamt viel besser als gegen Osnabrück in Szene setzte, den Ball ins Netz.

Turbulente Schlussphase

Aus der Kabine kam Frankfurt ohne Torjäger Sascha Mölders und den schwachen Ex-Auer Sven Müller. Mit Mario Fillinger und Aziz Bouhaddouz liefen frische Offensivkräfte auf. Das Spiel verlagerte sich mehr in die Hälfte der Auer. Als die Hessen einen langen Ball abfingen und Gjasula in den Lauf spielten, stiefelte er unaufhaltsam Richtung FCE-Tor (65.). Männel war machtlos.

Wem jetzt Böses im Erzgebirgsstadion schwante, der wurde zum Glück eines Besseren belehrt. Postwendend schlugen die Hausherren zurück. Als Manuel Konrad eine Kerze fabrizierte, die in der Nähe des Elfmeterpunkts herunter kam, erkämpfte sich Kempe gegen zwei Frankfurter den Ball und überwand Klandt mit einem überlegten Flachschuss (68.) zum 2:1. "Wir wollten uns von der unglücklichen Niederlage gegen Osnabrück nicht runter ziehen lassen und sofort Druck machen. Das ist gelungen. Auch nach dem 1:1 hat die Mannschaft umgehend zurückgeschlagen", wertete Kern nach der Partie.

Diese ging turbulent zu Ende. Erst rettete Männel bei einem von Thomas Paulus abgefälschten Schuss reflexartig die Führung (88.). In Gegenzug fiel das entscheidende 3:1. Kempe passte von der rechten Seite scharf in den Strafraum. Klandt konnte, hart bedrängt von Kern, den Ball nicht festhalten und Skerdilaid Curri drückte die Kugel schließlich über die Linie.

Statistik Aue: Männel - le Beau (V/46. Schlitte), Lachheb, Paulus, Klingbeil - Hensel, Hochscheidt - Müller (76. Kos), Kempe, Curri (90. Strauß) - Kern. Frankfurt: Klandt (V) - Stein, Gledson, Schlicke, Konrad - Cinaz - S. Müller (46. Fillinger), Wunderlich, Gjasula, Gallego (72. Hickl) - Mölders (46. Bouhaddouz). SR: Perl (Pullach), Tore: 1:0 Kern (41.), 1:1 Gjasula (65.), 2:1 Kempe (68.), 3:1 Curri (90.), Zuschauer: 7150.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Annaberger Zeitung, 02.02.2011