Unternehmer investieren in CSR: Mit weichen Faktoren zum Geschäftserfolg

Kinderbetreuungszimmer in der ETO GmbH (Foto © Markus Steur / FREYLER)
Kinderbetreuungszimmer in der ETO GmbH (Foto © Markus Steur / FREYLER)

Mit vielfältigen Ideen übernehmen kleine und mittelständische Unternehmen im Erzgebirge soziale Verantwortung. Der Begriff „Corporate Social Responsibility“, kurz “CSR”, fasst dabei alle Maßnahmen zusammen, die Unternehmen auf freiwilliger Basis tun, um Verantwortung für Mitarbeiter und Umwelt zu übernehmen. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten, ein zusätzlicher Beitrag zur Altersvorsorge, Betriebskindergärten, Übernahme von Kita-Beiträgen, Bildungsgutscheine oder die Förderung von Gesundheitskursen. Es geht darum, mehr als „das Selbstverständliche“ in motivierte Mitarbeiter, in eine intakte Umwelt und in die Beziehungen zu anderen Interessengruppen zu investieren.

 

„Vor allem die weichen Faktoren leisten einen Beitrag zum Geschäftserfolg. Die Wahrnehmung des Unternehmens, die Wertschätzung der Leistung des Einzelnen sowie ganzheitliches unternehmerisches Engagement spielen eine wichtige Rolle“, betont Rüdiger Drewes, Geschäftsführer AWEBA Werkzeugbau GmbH, Aue. Zwei Blockhäuser für Familien am Rügener Ostseestrand nennt das Traditionsunternehmen sein Eigen. Diese sind von Februar bis Oktober und an Silvester fast lückenlos von den Mitarbeitern gebucht. Gerade für Familien ist dieser Mehrwert ideal, denn nur Betriebskosten müssen selbst finanziert werden. Flexibel zeigt sich der Werkzeugbauer auch bei Arbeitszeitmodellen, um Freiräume dort zu ermöglichen, wo sie nötig sind. Da die präzisen Produkte ein Höchstmaß an Kopf- und Handarbeit erfordern, bietet AWEBA Yoga- und Rückenkurse in der Mittagspause und bezahlte Jahresmitgliedschaften beim Sportpark Aue an.

 

Brückentage, Meetings nach der Schließzeit, Stundenausfall in der Schule – manchmal hängen Eltern mit der Kinderbetreuung in der Luft. Im Eltern-Kind-Arbeitszimmer der Elektrotechnik Oelsnitz/E. GmbH können solche Phasen überbückt werden. Durch eine Trennwand aus Glas haben Mama oder Papa die spielenden Sprösslinge vom Büro aus fest im Blick. Mit dieser Idee lassen sich Engpässe überbrücken, wo anderswo Eltern ein organisatorischer Spagat abverlangt wird. Mit der Übernahme von Kinderbetreuungskosten bis zu 100 Euro macht sich der Dienstleister für Energieversorger und Industrie dafür stark, dass Beruf und Familie gut vereinbar sind.

 

Die Liste an Dingen, mit denen die Meyer Drehtechnik GmbH, Marienberg, Mitarbeiter bindet, ist lang. Kinderbetreuungskosten inklusive der Verpflegung übernimmt die Firma vollständig. Babys werden mit einem Erstausstattungs-Paket willkommen geheißen. Und auch die längerfristige Bindung an das Unternehmen zahlt sich für die Mitarbeiter aus – ab dem 3. Jahr nach Einstellung gibt es das Mittagessen täglich frei.

 

Für Tabea Schäfer bedeutet Leben nicht nur Arbeiten, sondern auch der bewusste Umgang mit den Dingen, die die Natur gegeben hat. Nicht nur Ressourcen schröpfen, sondern auch zurückgeben, so die Prämisse der Geschäftsführerin der Bahner & Schäfer GmbH in Lugau. Schon am ersten Standort der Federproduktion wurde im Umfeld der Halle ein kleines Biotop für Fledermäuse, Hummeln und Co geschaffen. Am jetzigen Standort, welcher vor 5 Jahren bezogen wurde, ist man bemüht, ebenfalls einen Raum für verschiedene Tiere zu schaffen. Ob Schmetterlingswiese vor der Halle oder Nistkästen auf dem Produktionsgelände – mit kleinen, aber nützlichen Schritten versucht das Unternehmen auch im Industrieumfeld einen Platz für Tiere und Pflanzen zu gestalten.

 

Diese und andere Beispiele machen bei den KMUs der Erzgebirgsregion Schule. Der Austausch wie und wo gesellschaftliche Verantwortung übernommen werden kann, ist dabei zwischen den Unternehmen besonders wichtig. Das Projekt CSRnetERZ2.0 der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH bringt Unternehmer zusammen und fördert diese positive Entwicklung in der Region.