Unternehmen geht auf die Schüler zu

Die Freiberger Actech hat mit der Mittelschule Brand-Erbisdorf einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Dadurch sollen neue Lehrlinge gewonnen werden.

VON THOMAS REIBETANZ

FREIBERG/BRAND-ERBISDORF - Das Freiberger Unternehmen Actech reagiert auf eine

eigene Art auf den zunehmenden Mangel an qualifizierten Schulabgängern. Der

Fertigungsbetrieb für Gussteilprototypen und Kleinserien geht auf die Schüler der Region

zu, anstatt zuzusehen, wie immer mehr Lehrstellen unbesetzt bleiben. So wurde gestern

ein Kooperationsvertrag mit der Mittelschule Brand-Erbisdorf geschlossen, von dem beide Seiten profitieren sollen.

 

"Wir wollen den Jugendlichen unsere Ausbildungsstellen schmackhaft

machen."

Cornelia Bahr Actech-Prokuristin

"Nach der Zusammenarbeit mit der Mittelschule in Halsbrücke ist das bereits der zweite

Vertrag, den wir schließen", erläuterte Actech-Prokuristin Cornelia Bahr. "Wir wollen den

Jugendlichen damit unsere Ausbildungsstellen schmackhaft machen."

 

Inhalt des Kooperationsvertrages, der ab sofort in Kraft tritt, ist es, den Schülern

Ausbildungsstellen sowie Praktikumsplätze anzubieten und ihnen so eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Ein weiterer Partner, der sich an diesem Projekt beteiligt, ist die Saxonia Bildung Halsbrücke. Deren Geschäftsführer Wolfgang Ferkinghoff verspricht sich viele Vorteile für alle Beteiligten. "Wir können dadurch den Schülern mit der nötigen Qualifikation, sprich guten Zensuren, eine sichere Arbeitsstelle bieten", betonte er. "Sollte das Angebot bei Actech aufgebraucht sein, vermitteln wir auch Ausbildungsplätze in anderen Firmen."

Insgesamt bildet Actech zehn Lehrlinge pro Jahr in verschiedenen Berufsfeldern der

metallverarbeitenden Branche aus. Eine erste Vorstellung vom Arbeitsalltag in solch einem Unternehmen konnten sich die Neuntklässler der Brand-Erbisdorfer Mittelschule gestern vor Ort verschaffen. Im Infomobil des Dachverbandes Sachsenmetall informierten sie sich über die verschiedene Berufsbilder, in der Schülergießerei der Havelberger Alu Guss durften sie dann selbst Hand anlegen. "Das war richtig interessant", waren sich die Schüler, vor allem die männlichen, einig. Doch auch die jungen Damen hatten ihren Spaß. "Also wenn das mit meinem Traumberuf als Polizeibeamte nichts werden sollte, kann ich mir eine Lehre hier durchaus vorstellen", sagte die 15-jährige Michelle Cieslak.

Schulleiterin Martina Kilian zeigte sich ebenfalls zufrieden: "Solche Kooperationen helfen

uns sehr, besonders der fächerübergreifende Unterricht ist sehr sinnvoll", erklärte sie.

Derzeit laufen Gespräche mit der Deutschen Solar über eine weitere Zusammenarbeit mit einer großen regionalen Firma.

 

 

Quelle, Freie Presse, Ausgabe Freiberger Zeitung, 13.01.2011