UNESCO Welterbe: Marketingstudie zeigt Nutzen für das Erzgebirge auf

Wie kann das Erzgebirge konkret vom Status als UNESCO-Welterbe profitieren? Antworten auf diese Frage liefert die Regionalmarketingstudie, die am 10. Juni 2010 im Deutschen Brennstoffinstitut Freiberg vorgestellt wurde. Dafür hat das Consulting-Büro MSP ImpulsProjekt aus Nordrhein-Westfalen im Auftrag des Fördervereins Montanregion Erzgebirge e.V. umfangreiche Interviews mit  regionalen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur geführt und Studien zum Ertrag von Welterbestätten ausgewertet. Die Kultur und die Wirtschaft profitieren indirekt mit einem Imagegewinn durch das sehr bekannte (in Deutschland 87 Prozent) und positiv bewertete Welterbe-Label. Aus diesem Grund begrüßen auch die befragten regionalen Vertreter aus Wirtschaft und Kultur das Projekt, Teile des Erzgebirges in die Welterbe-Liste aufzunehmen. In der regionalen Politik wird das Vorhaben überwiegend befürwortet, aber es gibt auch Bedenken, dass dadurch die zukünftige Entwicklung des Erzgebirges behindert werden könnte. Der am meisten erwartete Effekt liegt in einem wachsenden Tourismus, aber nur wenn die Region vorbehaltlos hinter dem Label steht und die Standortqualität stimmt. Laut Prof. Wolfgang Ebert von MSP Impulsprojekt wird im Erzgebirge ein Zugewinn von 20 bis 30 Prozent an Besucherzahlen möglich sein.  

 

Die Studie besagt, dass das Erzgebirge zwar eine traditionelle Freizeitregion für Sachsen ist, aber aufgrund der geringen Zahl der überregionalen und internationalen Gäste kaum als eine Tourismusregion bezeichnet werden kann. "Die Angebote vor Ort haben große Potenziale, verfügen jedoch über zu wenig Erlebnisqualität", erklärt Prof. Ebert, der die Region intensiv bereist hat. Das besondere Problem sei der uneinheitliche Auftritt, das Erzgebirge bilde geradezu einen "Markenfriedhof" touristischer Marken. Deshalb habe das Erzgebirge nun die Chance, mittels des Welterbe-Labels ohne großen eigenen Werbeaufwand von einem wichtigen internationalen Trend zu profitieren. Prof. Ebert sieht den internationalen Trend "Industriekultur" als zentrales Leitthema des Tourismus im Erzgebirge, neben Naturerlebnis und Weihnachtsland. Denn Touristen reisen zu bestimmten Themen, nicht zu Destinationen.

 

MSP ImpulsProjekt kommt zu dem Schluss, dass das Label des Welterbes unter bestimmten Bedingungen ein wichtiger Zugewinn für das Erzgebirge sein wird. Nicht nur, aber vor allem für den Tourismus. Neues Geld brauche es in erster Linie nicht, sondern vor allem den Mut zu einer wirklichen regionale Zusammenarbeit.