TU Bergakademie Freiberg und CAC produzieren klimafreundliches Benzin

Paul Tischer vom IEC mit einem Behälter CO2-neutralen Benzins / © TU Bergakademie Freiberg

Die TU  Freiberg erforscht im Projekt C3 Mobility gemeinsam mit dem Chemieanlagenbau Chemnitz und weiteren Partnern aus der Automobil- und Mineralölindustrie neue Wege in die CO2-neutrale Mobilität. Die STF-Benzinsyntheseanlage der TU Freiberg produzierte die ersten 16.000 Liter des grünen Benzins.

Entwickelt wurde das Verfahren gemeinsam mit den Freiberger Forschern beim Chemieanlagenbau Chemnitz (CAC). Dabei wird synthetisches Benzin aus Methanol hergestellt. Erstmals kam hierfür Biomethanol, sprich grünes Methanol zum Einsatz. Perspektivisch kann dieses entweder allein aus Kohlendioxid, Strom und Wasser oder aus bisher verbrannten Abfällen und regenerativ gewonnenem Wasserstoff erzeugt werden – ganz ohne fossile Brennstoffe. Das ermöglicht gegenüber bisherigen Alternativen eine fast CO2-neutrale Herstellung.

Getestet wurde die Umwandlung von Methanol zu Benzin am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) der TU Bergakademie Freiberg. Die institutseigene Demonstrationsanlage ist übrigens die einzige Benzinsyntheseanlage in technischer Größe außerhalb Chinas, die Kraftstoffmengen für Kfz-Flottentests liefern kann. Das produzierte hochoktanige Benzin geht nun zum Testen an Automobilhersteller.

Der große Vorteil an synthetisch hergestelltem Benzin ist neben dem Hauptziel der Reduzierung von CO2-Emissionen, dass die Automobilhersteller damit ihre Verbrennungsmotoren weiter entwickeln können, dass das saubere Benzin abwärtskompatibel für die Automobil-Bestandsflotte genutzt werden kann und dass es über das bestehende Tankstellennetz auch flächendeckend zur Verfügung steht.

„Das zeigt einmal mehr den Erfolg der Freiberg Forschung. Wir haben hier eine Vorreiterrolle. Wir sind die einzigen, die bereits heute große Mengen an CO2-neutralem Benzin herstellen können. Dennoch gibt es noch einiges tun, bis wir an der Tankstelle ‚Freiberger CO2-frei‘ bekommen“, erklärt Prof. Bernd Meyer, Leiter des IEC. 

In den kommenden Monaten analysieren die Wissenschaftler/innen des IEC Syntheseverfahren und Versuchsergebnisse umfassend, um die Prozessparameter zu optimieren, und arbeiten an der Entwicklung und Testung fortschrittlicher Katalysatoren für zukünftige Kraftstoffe. Für 2020 ist bereits ein zweiter Versuch an der Anlage geplant, bei dem weitere 15 bis 25 m3 grünes Benzin produziert werden sollen.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten werden im Rahmen des Forschungsprojektes „C3 Mobility" vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.