Therapeutin lässt heute gesundes Schuhwerk fertigen

Barfuß laufen und Schuhe tragen - schließt sich das nicht aus? Seit 2011 werden sogenannte Barfußschuhe in Deutschland gefertigt - im Auftrag eines Unternehmens, das ins Erzgebirge zurückgekehrt ist. Doch zuerst drückte der Schuh mangels Marketing.

 

Bad Schlema. Aus der Not nicht nur eine Tugend, sondern ein eigenes Unternehmen hat Sindy Demann gemacht. Als ausgebildete Faszien-Therapeutin, die sich dem Bindegewebe im menschlichen Körper widmen, musste die 38-Jährige aus Aue feststellen, dass ein Großteil ihrer Patienten bereits verformte Füße hat. Das ist nicht nur unschön, sondern kann auch zu gesundheitlichen Problemen führen. Da dauerhaftes Tragen von Schuhen mit Absätzen oder mit zu engem Schnitt im Ballenbereich zu Beschwerden im Körper führen könne, erklärt sie.

 

Dagegen würden "gesunde" Schuhe helfen, doch die Erzgebirgerin stellte bei Empfehlungen für ihre Patienten immer wieder fest, dass das Angebot solcher Schuhe arg zu wünschen übrig ließ. So existierte beispielsweise in ganz Deutschland kein einziger Hersteller, der ihren Anforderungen entsprach. Die Idee von der eigenen Firma war geboren.

 

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"In diesem Jahr beträgt der Umsatz 750.000 Euro bei 7000 verkauften Paar", berichtet Sindy Demann. Im Angebot stehen derzeit zwischen 60 und 70 Modelle, die für die unterschiedlichsten Anforderungen geeignet sind, wie Businessexemplare oder Sport- und Winterschuhe. Jedes einzelne Paar kostet dabei zwischen 120 und 230 Euro.

 

Nicht nur aus Heimatverbundenheit sind Sindy und Frank Demann in diesem Jahr mit ihrer Firma zurück ins Erzgebirge nach Bad Schlema gezogen. "Außerdem haben wir hier 40 Prozent weniger Lebenshaltungskosten und die Natur in unmittelbarer Nähe", schwärmt Sindy Demann. Ihre Firma, die aktuell noch eine Teilzeitangestellte beschäftigt, ist nicht nur die einzige, die Barfußschuhe in Deutschland produziert, sondern deren Modelle auch die Sohle wechseln können. Für kommendes Jahr wird ein Umsatz von über einer Million Euro angestrebt.

 

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Quelle: Freie Presse vom 17.10.2017, Georg Dostmann