Takata knackt 70-Millionen-Marke

Der japanische Autozulieferkonzern engagiert sich seit zehn Jahren in Freiberg und hat weitere Pläne in Sachsen. Für den Ausbau werden auch Zeitarbeiter übernommen.

VON GABRIELE FLEISCHER

FREIBERG - Pünktlich zum zehnten Geburtstag von Takata Petri ist am Standort Freiberg die 70-Millionen Marke bei der Gasgeneratoren-Produktion für Airbags geknackt worden. Gestern übergab Werkleiter Hendrik Hasch den Jubiläumsgenerator an den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU). Zwei weitere Linien sorgen demnächst für einen Produktionsausbau. Verlassen jetzt 14 Millionen Generatoren pro Jahr das Werk, sind es Ende 2012 16 Millionen. "Dann ist noch Platz für eine Linie, bevor die Halle ausgeschöpft ist", so Hasch.

 

Handel mit Brasilien entsteht

Der Stamm von 328 Mitarbeitern, davon 24 Zeitarbeiter, soll vorerst bleiben. Firmenphilosophie sei es dabei, aus den Zeitarbeitern tatsächlich neue Mitarbeiter zu rekrutieren, betont Heinrich Binder, Geschäftsführer der Takata-Petri (Sachsen) GmbH. Eine steigende Zahl von Leiharbeitern sei für Takata kein Thema. Da immer mehr qualifizierte Arbeitskräfte gesucht werden, löse sich das Problem in absehbarer Zeit, glaubt Binder. Rückendeckung bekommt er von Ministerpräsident Tillich. Für ihn ist es wichtig, dass die Firmen das Angebot der Zeitarbeit verantwortungsbewusst und tatsächlich für Spitzenzeiten nutzen. Derzeit würden die Tarifparteien an einem Tisch sitzen und Mindestlöhne aushandeln. Auch die Zeitarbeitsfirmen gehörten mit dazu. Leiharbeiter sollten eine Perspektive bekommen, auch im Zuliefergeschäft für die Autoindustrie. Takata-Kunden seien namhafte Autofirmen weltweit. Die Natur- und Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima habe nur zeitweise für Ausfälle bei den Zulieferungen gesorgt. Inzwischen laufe das Geschäft wieder normal. Die Takata-Werke in Japan selbst waren laut Binder nicht betroffen. 20 Prozent der in Freiberg hergestellten Generatoren gehen nach Korea und China. Der Handel mit Brasilien wird aufgebaut.

 

Produktionsanstieg in Döbeln

Die Investitionsentscheidung von Takata für Sachsen war 1995 das erste japanische Engagement in den neuen Bundesländern. Inzwischen gehören Japaner zu den wichtigsten Investoren, sagt Tillich, der Anfang 2012 mit einer Wirtschaftsdelegation in das Land reisen will. Auch das Döbelner Takata-Werk wächst. Die Produktion wird von derzeit 1,5 Millionen Kaltgasgeneratoren pro Jahr in den nächsten zwei Jahren verdreifacht. Dafür, so heißt es, sind Festanstellungen für die 14 Zeitarbeiter geplant. Insgesamt sind dort 91 Mitarbeiter beschäftigt.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Freiberger Zeitung, 03.09.2011