Spielzeughändler bewahrt DDR-Klassiker vor dem Vergessen

Ralf Viehweg liebt Spielzeug von Berufs wegen. Vor zwei Jahren gründete er die Spika GmbH, die Kinder- und Familienspiele aus DDR-Zeiten in limitierter Auflage neu herausgibt. Mittlerweile hat sich das Portfolio erweitert.

 

Annaberg-Buchholz. Spitzer Hut, Kegelkörper, dünne Beine: Wer erinnert sich nicht an die typischen Spielfiguren aus DDR-Zeiten. Um die kleinen Männchen wieder einmal zu Gesicht bekommen zu können, müssen Spielfreunde aber nicht mehr die alten, oft völlig zerfledderten Boxen aus DDR-Zeiten vom Dachboden holen. Die DDR-Klassiker werden wieder aufgelegt -von Ralf Viehweg.

Der 58-Jährige ist Spielwarenhändler. Vor 30 Jahren gründete er sein erstes Geschäft in Neudorf. Mittlerweile betreibt er einen Laden in der Annaberger Innenstadt und in der Sachsen-Allee in Chemnitz. Ganz nebenbei hat der Erzgebirger 2016 auch noch ein zweites Unternehmen gegründet. Die Spika GmbH mit Sitz in Annaberg-Buchholz hat das Ziel, alte Familien- und Kinderspiele aus DDR-Zeiten wieder aufleben zu lassen. 

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Als Grundlage dient ein riesiges Spielearchiv, das in den vergangenen Jahren zusammengetragen wurde, erzählt Viehweg. Anhand alter Spielexemplare werden am Computer die neuen Spielbretter von einer Grafikerin angefertigt. Dabei müssen oft Fehlstellen, Reste von Klebestreifen und Co. virtuell beseitigt werden. Im Anschluss geht es in den Druck. "Wir lassen alles in Deutschland produzieren", so Ralf Viehweg.

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Trotz all der Euphorie um Ostklassiker seien die Neuauflagen der DDR-Klassiker dennoch immer ein Wagnis, gibt Ralf Viehweg zu. Doch mit Spika - kurz für Spielewerk Karl-Marx-Stadt - will der Erzgebirger an die Tradition der Spieleherstellung in der Region anknüpfen.

 

Quelle: Freie Presse vom 19.10.2018, Denise Märkisch