Sonderschau stellt Industriezweig vor

Ausstellung in den Auer Stadtwerken zeigt ab heute große Produktpalette der Auerhammer Metallwerk GmbH

Aue. Produkte, die in der Auerhammer Metallwerk GmbH hergestellt worden sind, zeigt eine Sonderschau, die heute im Foyer der Auer Stadtwerke an der Mühlstraße eröffnet wird. Beginn: 11Uhr.

Der Titel der Ausstellung lautet "Produkte zur optimalen Nutzung der Energie". Laut Aues

Pressesprecherin Jana Hecker befindet sich ein Großteil der Exponate in Vitrinen und dient vor allem als Anschauungsmaterial für Schüler. Die Produkte werden bei der Energienutzung verwendet. Die Sonderschau ist Bestandteil des Kooperationsvertrags zwischen den Stadtwerken und mehreren Auer Schulen. Denn die Mädchen und Jungen erhalten bei einem Besuch die Gelegenheit, sich über einen Industriezweig in der Großen Kreisstadt zu informieren. Zugleich lernen sie Produkte samt Funktionsweise kennen, die quasi direkt vor ihrer Haustür hergestellt werden. Nicht zuletzt spiegelt die Sonderausstellung ein Stück weit die hiesige Firmen- und Stadtgeschichte wider. Die Wirkungsweise von Bimetallen und deren Einsatz in der Praxis stehen im Mittelpunkt - und Wissenswertes darüber lässt sich vor allem im Unterricht gut einbauen, bietet sich in erster Linie für Lehrer und Schüler an. "Selbstverständlich kann die Ausstellung nicht nur von Klassen und Schulgruppen, sondern von jedermann besichtigt werden", so Hecker.

Ihren Ursprung hat die Auerhammer Metallwerk GmbH laut Chronik im Jahr 1526, als der

"Uttenhofer Eisenhammer" erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1644 erwarben Veit Hans Schnorr und Hammermeister Zacharias Schöppel das Anwesen. Sie fertigten Eisenbleche und -drähte sowie Weißbleche. 1682 baute Veit Hans Schnorr von Carolsfeld die Anlage aus - zu Eisenhammerwerk, Blechhämmer, Brett- und Metallmühle sowie Eisen- und Schlackenpochwerk. 1829 gründete Ernst August Geitner im zwischenzeitlich stillgelegten Hammer die erste Argentanfabrik Europas. Zum Sortiment gehörten Bleche, Bänder, Drähte, Stangen und Profile aus Neusilber, Kupfer-Nickel, Bronze und Messing. Die Auerhammer Metallwerke rief Geitners Schwager Franz Adolf Lange ins Leben, der die Fabrik 1858 übernahm. Ab 1918 wurden kupferplattierte Stahlbleche gefertigt. Das Familienunternehmen Lange wuchs stetig. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Walzwerkanlagen zu Reparationszwecken demontiert, die Langers enteignet. Erst 1948 gelang laut Stadtgeschichte der Wiederaufbau des verstaatlichten Betriebs unterm Namen "VEB Halbzeugwerk Auerhammer", der nach der Wende zur Auerhammer Metallwerk GmbH wurde. Das Unternehmen ist heutzutage laut Aues Pressesprecherin Jana Hecker in Europa Marktführer in der Thermobimetallbandfertigung und Spezialist für kaltplattierte Metallbänder. Übrigens weiß kaum einer, dass der Euro quasi aus Aue kommt: 2001 begannen die Metallwerke das Ausgangsmaterial für die 1- und 2-Euro-Münzen zu fertigen. Mit einem Druck von 800 Tonnen wird aus drei Metallbändern ein Verbundwerkstoff hergestellt, aus dem später der 1-Euro-Kern und der 2-Euro-Ring entstehen. Andere Produkte finden sich etwa in Kaffeemaschinen, Bügeleisen, Heizgeräten und Hochspannungsisolatoren wieder. (ane)

Service

Ausstellung "Produkte zur optimalen Nutzung der Energie":

in den Stadtwerken, Mühlstraße 4 in 08280 Aue.

Das Kundenbüro hat jeweils montags und mittwochs von

9 bis 12 und von 13 bis 15.30 Uhr, dienstags von 9 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr

sowie donnerstags und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 24.08.2010