Smart-Home in der Gegenwart - die kluge Wohnung ist schon da

Ein sich selbst regulierendes Haus - der Trend kommt gerade erst bei normalverdienenden Bürgern an. Ein 27-jähriger Elektroniker bereitet seine kleine Firma schon mal auf eine neue Epoche vor. Nur, die Branche selbst zögert offenkundig noch. Warum?

 

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Daniel Schimmel grinst. Der 27-Jährige ist Chef der Niederdorfer Firma Sy Electric. Und er weiß: Das mit dem Bier und dem Kühlschrank - aber vor allem mit dem denkenden Haus, das Kosten senkt, aber Wohnqualität, Komfort und Sicherheit steigert - das ist die Zukunft, die es schon gibt: Smart-Home ist der Oberbegriff für alles, wo technische Verfahren und Systeme in Wohnungen miteinander vernetzt sind, Daten auswerten, sogar logische Entscheidungen treffen.

 

Schimmel sitzt in seinem Firmenbüro. Vor ihm sein Laptop. Auf diesem ist seine Wohnung wie in einer übersichtlichen Matrix abgebildet: die einzelnen Räume, die Heizungen, die Türen, die Fenster. Als es noch Winter war, hat er folgendes gemacht: Er hat die Soll-Temperatur auf 18 Grad eingestellt, damit es tagsüber eine Grundwärme gibt. In einer Stunde kommt er heim, also stellt er den Wert nun auf 21 Grad - mit einem Mausklick betätigt er die Fußbodenheizung seines Hauses, was ein paar Kilometer am anderen Ende von Niederdorf steht. "Wenn ich heim komme, soll es bereits warm sein."

 

Schimmel und seine Frau leben im Smart-Home - das Haus denkt mit: Optimale Heizungs- oder Kaminregelung bei Abwesenheit, richtige Fensterstellungen bei sich ändernden Wetterverhältnissen, intelligente und der Sonnenstellung perfekt angepasste Jalousien-Lamellenwinkel, das automatische Ein- und Ausschalten von Licht - alles von außen über Laptop oder Smartphone steuerbar, alles gekoppelt mit einer Wetterdatenbank. 372 Schaltelemente steuern alles im Haus.

 

"Technisch ist schon seit zehn Jahren vieles im Bereich Smart-Home zu machen. Aber erst jetzt ist das Bewusstsein für Digitalisierung in der eigenen Wohnung auch bei den Leuten angekommen", sagt der Elektriker.

 

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Quelle: Freie Presse vom 25.04.2018, Jan Oechsner