Siemens erweitert Werk in Zwönitz

Die Grundsteinlegung für den Neubau der Produktionshalle des Siemens Insulation Center Europe (SICE) durch die Geschäftsführerin (CEO) der Business Unit Transformatoren, Frau Dr. Beatrix Natter (Foto: zwoenitz.de)
Die Grundsteinlegung für den Neubau der Produktionshalle des Siemens Insulation Center Europe (SICE) durch die Geschäftsführerin (CEO) der Business Unit Transformatoren, Frau Dr. Beatrix Natter (Foto: zwoenitz.de)

In der Bergstadt fertigt der Weltkonzern wichtige Bauteile für Trafos. Dank der Energiewende ein boomendes Geschäft. Deshalb braucht die Fertigung mehr Platz.

 

Zwönitz. Wenn Heiko Naumann anderen Unternehmern davon berichtet, dass Siemens in Zwönitz Isolierteile für Transformatoren baut, erntet er häufig nur ungläubiges Staunen. "Denn wer würde eine solche Technologie schon im Erzgebirge vermuten", sagt er.

 

Naumann ist Geschäftsführer der Konzerntochter Siemens Insulation Center. Im Jahr 2007 mit der Firma Krempel als Drei-Mann-Unternehmen in der alten Bergstadt gegründet, übernahm der Technologiekonzerns 2011 alle Anteile. Heute arbeiten am Standort mehr als 60 Mitarbeiter für Siemens - Tendenz steigend.

 

Die Firma ist in der Nische erfolgreich, fertigt Zellulose-Formteile. Das sind Bauteile aus mehreren Lagen feuchtem Papier, sogenanntem Nassstoff. Diese kommen zur Isolation in Öl-Transformatoren zum Einsatz. "Ohne sie würde es einen Kurzschluss geben", sagt Naumann. Es sind hochsensible Bauteile, von deren Qualität auch die Lebensdauer eines Trafos abhängt. Winkelringe, Kappensegmente und U-Kanäle werden von den Mitarbeitern vor Ort zurechtgeschnitten, in Form gepresst und schließlich in einem Ofen getrocknet.

 

Auch dank der Energiewende brummt das Geschäft. "Wir sind einer der Marktführer. Weil immer mehr Energie verlustärmer übertragen werden muss, braucht es mehr Gleichstrom-Trafos", so Naumann. Und je mehr Anlagen errichtet werden, desto mehr Isolierteile kann das Werk an den Mann bringen. Derzeit sind es jährlich etwa 80.000Teile, die man von Zwönitz aus in die ganze Welt liefert.

 

 

Quelle: Freie Presse vom 06.12.2016, Jürgen Freitag