SERIE: MADE IN ERZ - Niederwürschnitzer Firma plant weitere Neueinstellungen

Bei der MN Maschinenbau Niederwürschnitz geht es seit der Krise 2009 rasant aufwärts

VON VIOLA HEIDRICH

NIEDERWÜRSCHNITZ - Das Unternehmen MN Maschinenbau Niederwürschnitz erlebt einen Auftragsboom - in einem Maße, dass Claudia Gugger-Bessinger, verantwortlich für Marketing und Akquisition, vom "Einläuten einer neuen Ära" spricht. "Wir platzen aus allen Nähten" sagt sie. Die Konsequenz: Noch in diesem Jahr soll die Produktionskapazität deutlich erweitert werden - in Niederbayern. Man plane, so Gugger-Bessinger, ein Objekt nahe Passau zu übernehmen. "Hauptsitz der Firma bleibt jedoch das Stammwerk in Niederwürschnitz." Hier stünden rund 100 Mitarbeiter in Lohn und Brot, weitere Neueinstellungen seien geplant, dazu gehören jährlich auch drei Auszubildende.

"Natürlich erwarte ich von der Belegschaft absoluten Einsatz und Motivation - ,Geht nicht' gibt's nicht."

Günther Bessinger Geschäftsführer

2007 übernahm Günther Bessinger die Firma, die wiederum 1995 aus der Textima Teilefertigung hervorgegangen war. Mit der Übernahme war ein Rechtsformwechsel von der GmbH zur GmbH & Co KG einhergegangen, Bessinger wurde alleiniger und geschäftsführender Gesellschafter. Seine Ehefrau Claudia Gugger-Bessinger agiert vom Passauer Hauptwohnsitz der Familie aus.

In Niederwürschnitz werden auf 6000 Quadratmeter Produktionsfläche Schweißbaugruppen hergestellt sowie Guss- und Stahlbauteile mechanisch bearbeitet. Seit der Übernahme hat Günther Bessinger rund 2,3 Millionen Euro in Großbearbeitungszentren, Schweißmaschinen, IT- und Bürotechnik investiert. Zum Kundenkreis zählt er Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland und Europa, darunter Starrag Heckert Chemnitz. Der Exportanteil liegt bei zehn bis 15 Prozent.

Nach einer sehr guten Auftragslage in den Jahren 2007 und 2008 ging die Wirtschaftskrise auch an dem Maschinenbauunternehmen nicht vorbei. Um 50 Prozent seien die Aufträge zurückgegangen, erklärt der Geschäftsführer. Er habe den Mitarbeitern damals versprochen, niemanden zu entlassen. Lohnerhöhungen gab es allerdings auch nicht. Durch Kurzarbeitsmodelle sowie flexible Lohn- und Schichtsysteme habe er sein Versprechen halten können, die gesamte Belegschaft sei - bis auf die Rentner - beibehalten worden. Seitdem wurden 15 Mitarbeiter neu eingestellt, trotzdem spricht der Unternehmer von Personalmangel. Denn während das erste Halbjahr 2010 noch schleppend lief, lag die Auftragssituation in der zweiten Jahreshälfte auf Vorkrisenniveau. Und nun der Boom. Angepeilter Jahresumsatz für 2011 in Niederwürschnitz: 7 Millionen Euro.

Seine Mitarbeiter sind für ihn das wichtigste Kapital, erklärt Bessinger. Nur motivierte Mitarbeiter sorgen für zufriedene Kunden, und von diesen lebe die Firma. "Natürlich erwarte ich von der Belegschaft absoluten Einsatz und Motivation - ,Geht nicht' gibt's nicht", fügt er hinzu.

Aber das Leben der Passauer dreht sich nicht nur um Marktanteile und Profit, betont Bessinger. Das sei nicht immer einfach, aber Solidarität und Beständigkeit müssten ebenso einen großen Raum im geschäftlichen Tun haben. Während er sich bei den Rotariern Stollberg engagiert, ist seine Ehefrau in dem von ihr gegründeten Netzwerk "Die Passauer Runde" aktiv, das Kinderhilfsprojekte im In- und Ausland finanziert. Diese Non-Profit-Organisation sei international verzweigt und vielleicht auch ein Grund, warum der Fernsehsender N-TV auf die Firma aufmerksam wurde, vermutet Marketingfrau Claudia Gugger-Bessinger. N-TV strahlt heute ein Unternehmensporträt aus.

Internet: www.mn-maschinenbau.com

Internet: www.passauer-runde.de

Der Sender N-TV stellt heute, 18.50 Uhr in der Reihe "Menschen, Unternehmer und Märkte" die Firma MN Maschinenbau Niederwürschnitz vor.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Stollberger Zeitung, 30.06.2011