SERIE: MADE IN ERZ - DMB-Chef peilt 12-Millionen-Marke an

Die DMB Metallverarbeitung in Beierfeld hat einen neuen Besitzer. Michael Koslow will weitere Marktsegmente erschließen und den Umsatz kräftig steigern.

VON UTE FRANKE

GRÜNHAIN-BEIERFELD - Michael Koslow, seit 1. August neuer Eigentümer der DMB Metallverarbeitung GmbH & Co KG in Beierfeld, hat eine magische Zahl im Kopf: 12 Millionen Euro Umsatz will er noch in diesem Jahr erreichen. Das Vorjahresergebnis der Firma, die bis Juli dem Sauerländer Ludger Dröge gehörte, lag bei 9,6 Millionen Euro.

Koslows Rezept für den Erfolg: Er kann auf langjährige Erfahrungen und viele Kontakte aus früheren Beschäftigungsverhältnissen in der Branche bauen. "Entscheidend ist, zu wissen, wie die Automobilindustrie tickt, denke ich. Denn wir produzieren zu 75 bis 80 Prozent für diesen Industriezweig. Zu einem sehr frühen Zeitpunkt in Zusammenarbeit mit dem Kunden in die Entwicklung einzusteigen - manchmal bis zu einem Jahr vorher - ist unsere Spezialität", nennt der gebürtige Hesse sein Konzept.

"Soziale Sicherheit ist für unsere Mitarbeiter die beste Motivation."

Michael Koslow Geschäftsführer

Die Auftragsbücher der 1992 gegründeten Gesellschaft - der Betrieb gehörte zuvor zum IFA-Kombinat - sind gut gefüllt. Mit zurzeit 105 Mitarbeitern und fünf bis zehn Zeitarbeitnehmern fertigt die Firma Karosserie- und Sicherheitsteile, verschiedene Baugruppen sowie technisch anspruchsvolle Biegeteile aus Stahl, Eisenstahl und Nichteisenmetall in Verbindung mit Rohren, Drahtbiegeteilen, Kunststoffüberzügen und mechanisch bearbeiteten Komponenten. Konkret sind das beispielsweise Schloss- und Beschlagteile, Halterungen und Verstärkungen. "Mit dem vorhandenen Maschinenpark sind wir vorerst gut aufgestellt. Um neue Marktsegmente zu bearbeiten, werden in den nächsten Jahren Investitionen erforderlich sein", blickt der 51-Jährige voraus. Rationalisierung lautet sein Schlüsselwort für den Erfolg. Allerdings will er die Produktivitätssteigerung nicht durch Personaleinsparungen erreichen, sondern viel mehr durch Schaffung von Fertigungskapazitäten. "Soziale Sicherheit ist für unsere Mitarbeiter die beste Motivation", lautet seine Philosophie. Sein Arbeitnehmerstamm sei gut qualifiziert, Meister- und Technikerausbildungen würden ebenso angeboten wie zahlreiche Lehrstellen, um langfristig den Fachkräftenachwuchs für die Firma zu sichern. "Ich würde sofort noch einen Werkzeugmacher mit CNC-Kenntnissen und einen guten Schweißfachingenieur einstellen", sagt der Geschäftsführer. Profunde Kenntnisse in Organisation und Technik sowie seine internationalen Vertriebserfahrungen sind Voraussetzungen, die Koslow als solide Basis für sein Unternehmen betrachtet. Er ist geschäftsführender Gesellschafter mit Mehrheitsanteilen am Unternehmen, das mit 500.000 Euro Einlage eingetragen ist. Unterstützt wurde der per August erfolgte Eigentumsübergang vom Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen (WMS).

Wesentlicher Marktvorteil der DMB Metallverarbeitung liegt in einer leistungsfähigen, eigenen Entwicklungsabteilung. Der Werkzeugbau einschließlich Konstruktion ermöglicht die Entwicklung innovativer Produkte in enger Kooperation mit den Kunden. "Es gibt zwar viele Metallumformer, aber nur weniger Anbieter, die selbst entwickeln. Ich möchte den Werkzeugbau künftig nicht nur für uns selbst einsetzen. Wir haben das technische Know-how, um weitere Marktanteile zu erschließen und unsere Produktion auszuweiten", ist der Unternehmer überzeugt. Der Betrieb sei trotz Wirtschaftskrise immer gewachsen. "Er muss sich auch in Zukunft tragen, denn die nächste Konjunkturdelle kommt gewiss."

Als aktuelle Aufgaben hat sich Koslow vorgenommen, Logistik und Materialwirtschaft zu optimieren. Zudem soll der bislang wenig repräsentative Bürobereich renoviert und ausgestattet werden. Privat wird der zuletzt in Mittweida tätige Geschäftsführer ebenfalls einiges verändern. "Meine Frau und ich werden ins Erzgebirge ziehen. Wir möchten hier ein Haus bauen - den Notarvertrag für den Grundstückskauf haben wir bereits unterschrieben", erzählt er.

 

 

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Schwarzenberger Zeitung, 25.08.2011