Schwibbögen erhellen alten Kindergarten

Volkskunsthersteller Mathias Poller verlässt seinen alten Firmensitz in Lauter. Nun entstehen Knirpse aus Holz, wo einst Knirpse gespielt haben.

 

Lauter/Raschau. Ein Schaufenster voller leuchtender Schwibbögen ist ein Hingucker; und es kann zum Gesprächsthema werden. So in Raschau, wo der neue Firmensitz des Volkskunstherstellers Mathias Poller derzeit von sich reden macht. Der Unternehmer, der nach der Wende sein Hobby zum Beruf gemacht hatte, hat den alten Kindergarten an der Beethovenstraße in Raschau gekauft. Für die Gemeinde ein Glücksfall, schließlich war das barackenähnliche Gebäude als Kindereinrichtung längst nicht mehr tragbar. Nun entstehen dort, wo einst Knirpse gespielt haben, Knirpse aus Holz. Die Räuchermännchen, die Mathias Poller mit seinem Team entwirft und baut, blicken nicht grimmig drein. Im Gegenteil. Ob Förster, Drechsler oder Schneemann - die meist bärtigen Gesellen sind freundliche, knuffige Wesen.

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Seit Mitte Mai haben alle gewirbelt, um nun nächste Woche eröffnen zu können. "Die Produktion läuft. Das war das Wichtigste", sagt Nancy Sommer und legt dabei die nächste dünne Holzplatte in die Laserfräse ein. Darin werden die Bauteile für die motivreichen Schwibbögen ausgeschnitten. Danach folgen hunderte Handgriffe, in deren Verlauf aus den Formteilen ein fertiger Schwibbogen entsteht. Jedes Teil wird geschliffen, montiert oder verklebt, der Bogen verkabelt, manch Motiv noch bemalt.

Im April 2019 kann die Firma auf ihr 25-jähriges Bestehen blicken.

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Quelle: Freie Presse vom 04.09.2018, Beate Kindt-Matuschek