Schneeberger Firma erobert mit XXL-Filter den Weltmarkt

Im Erzgebirge sitzt ein Marktführer, den nur wenige kennen - die Firma Metallbau Müller. Mit Technik des Unternehmens fertigt sogar BMW seine Elektroautos.

 

Schneeberg. Es ist eine Art überdimensionaler Kaffeefilter, mit der Armin Baumgartl vor gut 15 Jahren auf Kundenfang ging. Der Geschäftsführer der Firma Metallbau Müller aus Schneeberg hatte ein Gerät an den Start gebracht, das - einfach gesagt - Sand und Wasser trennt und Nutzern von Wasserstrahltechnik somit ein lästiges Problem vom Hals schafft.

 

Mit einem Hochdruck-Wasserstrahl lassen sich Werkstoffe bis zu einer Stärke von 300 Millimetern schneiden, Laser schaffen nur gut 50Millimeter. Das macht die Technologie interessant für verschiedene Industriebereiche, etwa die Medizintechnik oder den Maschinenbau. Wie Butter gleitet ein Wasser-Sand-Gemisch mit einem Druck von mehreren tausend Bar durch Edelstahl, Carbon und Keramik. Das Problem dieser Schneidemaschinen ist jedoch, dass deren Becken regelmäßig gereinigt werden muss, weil sich am Boden Sand absetzt. Die damit verbundenen Ausfallzeiten sind teuer, etwa 150 Euro pro Stunde.

 

Die Lösung der Firma Metallbau Müller saugt den Schlamm aus dem Absatzbecken und pumpt den Sand in einen großen Filter. Damit verringern sich die Betriebskosten. Im Jahr 2002 wurde eine erste Entschlammungsanlage vorgestellt; sieben verschiedene Modelle hat das Unternehmen inzwischen im Angebot. Vor wenigen Tagen wurde die 1000.Anlage ausgeliefert. "Wir sind inzwischen Marktführer bei peripheren Geräten für Wasserstrahltechnik in Europa", sagt Baumgartl und schiebt hinterher: "Ach, eigentlich sogar in der ganzen Welt."

 

 

 

Quelle: Freie Presse vom 14.06.2016, ​Jürgen Freitag