Schmiederei aus Pöhla fertigt Museumstore in Rekordzeit

Erzgebirger sorgen in Windeseile für mehr Sicherheit am Militärhistorischen Museum in der Landeshauptstadt.

VON BEATE KINDT-MATUSCHEK

DRESDEN/PÖHLA - Sieben Jahre hat der Umbau des Militärhistorischen Museums in Dresden gedauert. Doch der Auftrag an die Metallbau- und Schmiederei von Pedro Neubert, die das gut 20 Meter lange Stahltor für den Museumskomplex in der Landeshauptstadt gefertigt haben, flatterte kurzfristig ins Haus. "Etwas sehr kurzfristig", wie der Schmied heute schmunzelnd sagt.

Dennoch: Sie haben es geschafft, gut 20 Meter Stahltore von 1.60 Meter Höhe in Rekordzeit von vier Wochen zu fertigen. Wobei die erste Woche fast ausschließlich für die Materialbeschaffung und Anlieferung drauf ging. Am 13. Oktober waren die Tore montiert, am 14. Oktober wurde das Haus, das die Handschrift des Star-Architekten Daniel Libeskind trägt, eröffnet. Es rechtzeitig geschafft zu haben, darüber freuen sich die Pöhlaer. Immerhin ist die Firma des 43-Jährigen mit noch drei Mitarbeitern und der Ehefrau im Büro kein großes Unternehmen. "Wenn nicht alle im Umfeld mitgespielt hätten, hätten wir es wohl nicht geschafft", lobt Pedro Neubert die ebenfalls beteiligten Firmen WKW Feuerverzinkerei GmbH Grünhain und die Roscher GmbH Schwarzenberg, die für die Pulverbeschichtung sorgte. Der Schmied aus Pöhla ist stolz auf alle Beteiligten, die damit unter Beweis gestellt haben, was die Erzgebirger zu leisten im Stande sind. Hinter ihnen liegen drei Wochen Schwerstarbeit.

Das große Tor lässt sich nach innen öffnen, das 5.30 Meter breite Bustor geht elektrisch auf. Und die größte der montierten Vierkantsäulen wog immerhin 259 Kilogramm.

Doch wie kommt die Mini-Firma aus Pöhla überhaupt zu einem solchen Großauftrag und warum zeitlich so knapp bemessen? "Letzteres weiß ich nicht genau. Aber vermittelt hat uns diesen Auftrag der Architekt Volker von Gagern. Mit ihm haben wir schon diverse exklusive Sachen gemacht", erzählt der Chef. Als Beispiele nennt er die großen schmiedeeisernen Tore von Schloss Wermsdorf oder diverse Stahltore für den Großen Garten in Dresden. Die Pöhlaer haben sich im Stahlbau auf all das spezialisiert, "was es nicht von der Stange gibt", wie sie sagen und meinen damit das breite Feld der Sonderanfertigungen. "Wir haben auch schon Raucherpavillons gebaut oder Treppen - eigentlich egal, was es ist", so Pedro Neubert.

 

Die meisten Aufträge kommen durch Anfragen von Architekten, denen die Pöhlaer wiederum empfohlen wurden.

 

 

Quelle: Freie Presse, Freie Presse, Ausgabe Auer Zeitung